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Bio ist heutzutage mehr als der romantische Ab-Hof-Kleinbauer. (70)

Von Ulli Cecerle-Uitz | 25.01.2012 | Kategorie >>  Wir leben Bio!

Bio hat sich vor allem zu Beginn der 1980er und 1990er Jahre als Gegenbewegung zur „Grünen Revolution“ (Entwicklung moderner landwirtschaftlicher Hochleistungs- bzw. Hochertragssorten zur Sicherung der Ernährung einer ständig wachsenden Bevölkerung) verstärkt entwickelt. Das war zu einer Zeit, als die negativen Auswirkungen der Mechanisierung und Chemisierung (nämlich die starke Umweltbelastung durch Pestizide, die Verunreinigung der Gewässer, das Aussterben der Artenvielfalt) stark spürbar wurden. Bio war Gegenpol und Alternative zur „Unnatürlichkeit“. Aber erst durch den Einstieg der Supermarktketten konnte sich die Biolandwirtschaft von einer Nischenbewegung breitflächig durchsetzen. Bio wurde für alle erreichbar und leistbar und Österreich hat sich zum  Bioland Nummer Eins entwickelt. Ein Fünftel der Fläche in Österreich wird heute biologisch bewirtschaftet. Dies hat Österreich und den österreichischen Bauern ein sehr gutes Überleben im Umfeld der geänderten agrarpolitischen Rahmenbedingungen innerhalb der EU ermöglicht. Bio ist nachweislich die viel bessere Produktionsweise als die konventionelle Produktion: umwelt- und ressourcenschonender sowie CO2-sparend. Natürlich gibt es immer Verbesserungspotential und man muss diese Verantwortung tagtäglich übernehmen.  

Ja! Natürlich engagiert sich seit Beginn leidenschaftlich für Bio und eine noch bessere Biowelt, wir legen strengere Maßstäbe an, als das Gesetz es vorschreibt. Wir beziehen unsere Bio-Lebensmittel zu überwiegender Mehrheit aus Österreich, unterstützen strukturschwache Gebiete, die kleinstrukturierte und regionale Landwirtschaft, setzen uns für Arten- und Naturschutz und Tierschutz ein. Aber natürlich ist das Ende des Weges nie erreicht und uns ein Ansporn alles noch besser zu machen. 

Wir distanzieren uns aufs schärfste von der Verallgemeinerung und Verunsicherung, die durch das Buch „Der Bio-Schmäh“ entstehen kann. Denn Bio-Lebensmittel sind und bleiben die bessere Alternative zu konventioneller Landwirtschaft.

 

Zu folgenden Behauptungen geben wir eine kurze Klarstellung. 

„Bio-Bauern sind durch die großen Bio-Konzerne in Gefahr.“

Ernährung ist ohne Anbau und Tierhaltung kaum möglich. Ja! Natürlich war eine der ersten Marken, die Ökologie mit ökonomischen Interessen verband und das Angebot an Bio-Produkten einer breiten Öffentlichkeit zuführte. Lebensmittel vom Bio-Kleinbauern direkt zu kaufen, ist heutzutage ein Luxus der zeitlich, logistisch und finanziell nur einer kleinen Bevölkerungsschicht möglich ist. Erst der Handel macht Bio für alle möglich. Durch eine faire Preispolitik, langfristige Partnerschaften und Abnahmegarantien sichert Ja! Natürlich die Existenz von vielen Biobauern. Die Förderung der kleinstrukturierten Landwirtschaft ist uns ein Anliegen - als Basis für einen guten Mix an Klein und Groß.

Stichwort faire Preise! Ein Beispiel für den Bereich Getreide: Ja! Natürlich zahlt über die Jahre konstant und pünktlich verlässliche Preise an die Landwirte. Diese Preise lagen in den vergangen Jahren immer über Branchendurchschnitt. Richtlinien zur Qualitätsverbesserung werden gemeinsam mit den Landwirten erarbeitet.

 

„Bio-Backwaren stammen aus hochindustrialisierten Fabriken.“ 

Brot und Gebäck von Ja! Natürlich wird von kleinen Bäckern ebenso wie von großen Backbetrieben geliefert. Grundsätzlich gilt: Hygiene-Standards, gleichbleibende Qualität und logistische Herausforderungen sind mit hochwertiger Technik, gut zu reinigenden Anlagen und auch industrialisierten Arbeitsschritten zu gewährleisten. Dass Produkte aus liefertechnischen Gründen schockgefrostet werden, ist notwendig, um kontinuierliche und frische Lebensmittelqualität sicher zu stellen.

 

„Das Erbe der Landwirtschaft ist aufgrund von Konzerninteressen gefährdet“.

Ja! Natürlich hat in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft zahlreiche Maßnahmen gesetzt, die über die allgemeine gesetzlich vorgeschrieben Bio-Verordnung hinausgehen. Beispielsweise zusätzliche Kontrollen, Einhaltung von Fruchtfolgen im Ackerbau, Richtlinien in der Tierhaltung bei Jungrindern, Waldviertler Freilandschweinen, etc. Gemeinsam mit den Bio-Bauern entwickelt Ja! Natürlich laufend aktuelle Qualitätsprogramme weiter. 80% der Produkte stammen aus österreichischer Produktion - Österreich hat bei Ja! Natürlich immer Vorrang! Auch aufgelassene Wirtschaftszweige, wie zum Beispiel der Anbau und Verarbeitung österreichischer Früchte (Apfelsaft, Marmeladen, Sirup, Gewürze..) werden wieder belebt, Nischenprodukte (Dinkelreis, Ziegenprodukte) wieder angeboten, Raritäten wieder angepflanzt.

 

„Bio unterscheidet sich im Großen und Ganzen nur in den Futtermitteln von konventioneller Landwirtschaft.“

In fast jedem Bereich gibt es Unterschiede, die in der Bio-Verordnung vorgeschrieben und durch Ja! Natürlich Richtlinien verstärkt wurden: Auslauf in der Tierhaltung, kein vorbeugender Einsatz von Antibiotika, kein Einsatz von chemisch-synthetischen Spritzmitteln und künstlichen Düngern, keine Flugware, Förderung der Artenvielfalt, Regionalität und Saisonalität, Maßnahmen zur Nachhaltigkeit und CO2-Reduktion (Glashäuser nur dann, wenn mit erneuerbarer Energie beheizt), soziale Fairness und Green Packaging.

 

„Industrialisierte Bio-Welt ist Massenproduktion.“

Bio-Produkte in hoher Qualität werden im Supermarkt in hohen Stückzahlen angeboten. Die Lieferanten und Verarbeitungsbetriebe setzen sich aus kleinen Bio-Bauernhöfen und Handwerksbetrieben ebenso wie aus großen Betrieben zusammen. Anders wäre eine Versorgung Österreichs nicht möglich. 

 

„Bio-Paradeiser stammen aus Monsanto-Saatgut, dem Chemie- und Biotech-Riesen.“

Die Paradeiser-Sorte, die von Monsanto stammt, heißt Philovita. Unser Bio-Gemüsebauer verwendet diese Sorte seit 2006. Sie ist ursprünglich eine Züchtung des holländischen Saatgutzüchters DeReuter-Seeds. Die Firma wurde an Monsanto verkauft. Die Sorte ist nicht aus rein biologischer Vermehrung erhältlich, ist jedoch gänzlich unbehandelt und selbstverständlich gentechnikfrei. Konventionelles Saatgut hingegen wird standardmäßig mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln gebeizt!

Die Sorte Philovita ist die einzige Paradeiser-Sorte, die weitaus widerstandsfähiger ist als andere Sorten. Das macht sie besonders wertvoll. Unser Gemüse-Bauer hat sich – auch nach dem Verkauf des kleinen Züchters an Monsanto – weiterhin für Philovita entschieden, weil sich diese Sorte durch besonders guten Geschmack, hohen Zuckergehalt und extreme Robustheit auszeichnet. Dabei nimmt er in Kauf, dass die Sorte vergleichsweise weniger Ertrag bringt.

 

„ In mehr als drei Vierteln der Bioställe des Landes ist das Rind während des Großteils ihres Lebens in Ketten gelegt (Stichwort: Ausnahmeregelung).“

Ja! Natürlich setzt sich stets gegen Ausnahmeregelungen ein. Unsere eigenen Richtlinien in der Rinderhaltung schließen die Ausnahmeregelung zwingend für jeden Jungrindbauern aus! In der Schweinehaltung gibt es seit 5 Jahren keine Ausnahmeregelungen mehr, jedes Bio-Schwein hat Luft, Licht und Sonne. 

 

„Die Werbewelt gaukelt heile Bilder vor. Wie ist die Realität?“

Wie die Ja! Natürlich Lebensmittel, ist auch die Werbung inhaltlich 100% Bio: Sie kommt aus ohne „künstlichen“ Zusätze, ohne „Argumentationsdünger“. Sie ist natürlich, ursprünglich und wahr. Formal bedient sich die Werbung der Form der Fabel, einer alten volkstümlichen Erzählkunst: Tiere können sprechen, um den Menschen eine tiefere Wahrheit näher zu bringen. So erzählt unsere Werbung Geschichten aus dem Leben der Bio-Landwirtschaft: Einfach, für alle verständlich und unterhaltsam. Viele Österreicher lieben diese Werbung. Nicht umsonst ist Ja! Natürlich laut Marktforschung (Marketmind 2011) „die Bio-Marke mit höchstem Vertrauen und Sympathie“. Und mit diesem Vertrauen werden wir auch in Zukunft besonders sorgsam umgehen.

 

70 Kommentar(e)

@MarcoWegleiter sagt

Warum wird Bio in Plastik verpackt? Das passt einfach nicht zusammen. Ich schätze das ist eine Forderung des Handels und das gehört ausgepackt.

25.01.2012 um 22:02
@apo__ sagt

@MarcoWegleiter

 

ein Teil der Produkte wird nicht mehr in Plastik sondern in Zellulose verpackt.

 

Siehe hier: blog.janatuerlich.at/blog-post/2011/07/19/bio-in-huelle-und-fuelle-green-packaging-bei-ja-natuerlich/

 

Auch mit Erklärung warum im Supermarkt Verpackung notwendig ist.

26.01.2012 um 09:40
Ulli Cecerle-Uitz sagt

Lieber Marco,

@apo__ war schneller! ;) Danke!

 

Wir investieren seit einigen Jahren in Forschung und Entwicklung von neuen nachhaltigen Verpackungsmaterialien. Hier in Kürze der Letztstand unserer Aktivitäten:

 

Green Packaging: Ja! Natürlich hat erst vor kurzem eine große Verpackungsoffensive vorgestellt, die folgende Inhalte hat: 1. Nein zu Verpackungen aus Lebensmitteln (siehe Bio-Plastik)! 2. So wenig Verpackung wie möglich, so viel wie nötig! 3. Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen. 4. Das Ziel bis 2015 ist es, 25% Plastik zu reduzieren – das entspricht 70 Tonnen Kunststoff, der eingespart wird.

 

Warum kein Bio-Plastik?

Bio-Plastik kann aus unterschiedlichen Rohstoffquellen hergestellt werden. Am meisten verbreitet ist das sogenannte PLA oder Stärkeblends. Diese Materialien werden aus Lebensmitteln wie Mais oder Kartoffelstärke hergestellt. Der Mais wird allerdings in den USA als Monokultur und unter Einbringung hoher Düngemengen (=Erdöl) angebaut. Ebenso sind Gentechnik und hoher Wasserbedarf ein Thema. Diese Handhabung ist mit unserer Bio-Philosophie unvereinbar.

Nachhaltige Zellulosefolie aus Holz.

Wir haben deshalb intensiv an einer anderen Lösung als Bio-Plastik aus Lebensmitteln gearbeitet und setzen seit Sommer Zellulosefolie bei Paprika und Paradeisern ein. Die Zellulosefolie wird aus dem fsc-zertifizierten Rohstoff Holz hergestellt und kann mit dem Bio-Müll entsorgt werden. Da die Forschung bei Zellulose noch in den Kinderschuhen steckt, können wir erst einige Produkte in dieser nachhaltigen Folie verpacken. Denn die Sicherung der Produktqualität steht bei der Verpackung an oberster Stelle.

 

Eines ist sicher: Ja! Natürlich arbeitet intensiv an Lösungen, um den Einsatz von Kunststoffverpackungen zu reduzieren. Mehr Information findest du unter alturl.com/3ifmz

 

Bei Fragen fragen!

 

 

26.01.2012 um 10:04
Mike K. sagt

Ich bin Beobachter der Diskussionen rund um das Buch. Habe es auch schon selbst gelesen.

 

Ihre Stellungnahme geht völlig an den komplexen Inhalten vom Buch vorbei und ist für mich unbefriedigend.

 

mfg

28.01.2012 um 08:25
Schau sagt

Die erste öffentliche Besprechung zum Buch auf Profil.at:

www.profil.at/articles/1204/560/317717/klaus-kamolz-gruengewaschen

28.01.2012 um 21:54
Ill-usion sagt

 

Stimme dem Mike voll und ganz zu.

 

Allein schon zum Punkt:

Die Werbewelt gaukelt heile Bilder vor. Wie ist die Realität?

 

Den Schweinchen aus der Werbung geht es natürlich gut, die kommen ja jetzt auf einen Gnadenhof, aber wie sieht es mit den Schweinen und anderen Tieren hinter den Kulissen aus?

Kein (normaler) Mensch würde je wieder ein Tier essen wenn die Medien dass zeigen würden was wirklich abgeht. Ich bin mir sicher wenn ich jetzt zu einem eurer sogenannten BioBauern auf den Hof fahre, dass ich keine TV Stars auf schönen grünen Weiden auffinden werde sondern die bittere Realität zu sehen bekomme. Das ganze Fernsehen, die Medien, Werbung - ALLES eine große Lüge!

 

 

 

 

 

30.01.2012 um 15:32
Ulli Cecerle-Uitz sagt

Liebe Kommentatoren.

Eine der Säulen bei Ja! Natürlich ist die Tierhaltung. Hier gelten einerseits die Regelungen der gesetzlichen Bio-Verordnung. Darüber hinaus hat Ja! Natürlich zusätzliche strenge Richtlinien eingeführt wie beispielsweise: Es gibt keine Aunahmeregelung zur Anbindehaltung beim Jungrind.

 

Wenn Ihr Zeit habt, hier einige Beiträge, die zeigen, welche Maßnahmen und Richtlinien zur Haltung bei den einzelnen Tiergattungen gelten:

 

Freilandschweine: alturl.com/akvtm

Hühner und Jungrind: alturl.com/hircb

Jungrind: alturl.com/yt4gv

Legehennen: alturl.com/gfurf

Karpfen: alturl.com/hg6id

Ziegen: alturl.com/8qpwh Milchkühe: alturl.com/t5nft

Freilandputen: alturl.com/aq7hu

31.01.2012 um 10:54
Realitäts-check sagt

Also ich kann die ganze Diskussion um die böse Bio Werbung die uns so falsche Bilder vorgaukelt nur mit Kopfschütteln verfolgen. Das die Werbung die Realität nicht 1:1 zeigt sollte doch jedem schon seit der Lila Kuh klar sein, auch dass Autos nicht von Elephanten geformt werden und wir durch ein Deo kein Adonis werden ist jedem klar. Warum sollte das bei einem sprechenden Schwein anders sein? Sonst finde ich dass ich hier viele echte (oder echt wirkende) Infos bekomme. Aber das ist nur meine Meinung...

31.01.2012 um 19:12
Michael Hartl sagt

Naja, nur weil "Schau" schreibt, dass auf profil.at die erste öffentliche Buchbesprechung sei.... wir haben das Buch zwei Tage nach dem erscheinen ausführlich vorgestellt: experimentselbstversorgung.net/der-grosse-bio-schmaeh/

 

Aber der Profil-Artikel ist klasse!

31.01.2012 um 19:49
Ulli Cecerle-Uitz sagt

Vielen Dank für Eure Kommentare!

Hier noch einige Überlegungen: Bio ist in den Köpfen vieler Menschen nach wie vor in der alternativen Gesundheitsschlapfen-Ecke angesiedelt. Bio in Verbindung mit Wirtschaftlichkeit und modernen effizienten Produktionsmethoden ist für viele KonsumentInnen nicht authentisch.

Um hochwertige Bio-Produkte für ein breites Publikum zugänglich zu machen, sind große Mengen zu leistbaren Preisen innerhalb eines dichten Vertriebsnetzes notwendig - wie viele unter uns (gerade im urbanen Umfeld) haben schließlich die Möglichkeit, regelmäßig Produkte Áb-Hof einzukaufen?

Dass es möglich ist, höchste Qualität in großer Auflage zu fairen Preisen anzubieten, stellt Ja! Natürlich seit 17 Jahren unter Beweis. Dabei ist ein ständiger Prozess an Optimierung und Verbesserung im Gange. Auf den Bio-Lorbeeren ausgeruht wird selten: Von nachhaltigem Green Packaging, eigenen strengeren Richtlinien zur Tierhaltung als die gesetzlichen bis zu Rohstoffpolitik, Produktentwicklung und Qualitätsmanagement. Und natürlich spielen am Wettbewerbsmarkt ebenso Werbung und Marketing eine wichtige Rolle - das einem modernen Unternehmen abzusprechen, ist nicht nachzuvollziehen. Ob die Werbung gefällt oder nicht, ist dann Geschmackssache.

01.02.2012 um 09:45
WF41 sagt

Ich habe jahrelang wenn überhaupt, dann Biofleisch gekauft, und zwar nur aus Gründen des hoffentlich lebenswerteren Lebens für die Tiere. Eine Mail, die ich selbst vor einiger Zeit einmal an ja natürlich geschickt hatte mit Fragen die Tierhaltung betreffend, blieb damals bezeichnenderweise unbeantwortet.

 

Habe nun das Buch gelesen und bin einfach nur entsetzt.

 

Die Ja natürlich-Stellungnahmen hierzu sind zahnlos, unbefriedigend und teilweise geradezu zynisch, man muss leider davon ausgehen, dass das Buch zu 100% die Wahrheit erzählt, sonst wäre es wohl auch nicht auf den Markt gekommen, sondern die Lebensmittelkonzerne hätten dies zu verhindern gewusst.

 

Mich haben der unerträgliche Umgang mit der "Ware Tier" dazu gebracht, nun auch auf Bio-Fleisch und -Wurst aus dem Supermarkt gänzlich zu verzichten und auch bei Eiern, Milchprodukten etc. umzudenken.

 

Einfach widerlich, wie mit Konsumenten, die eigentlich bewusst kaufen möchten und bereit sind, mehr Geld für Qualität und vor allem auch für die Lebensqualität der Tiere auszugeben, umgegangen wird. Ich fühle mein Vertrauen mit Füßen getreten und werde in Zukunft weitere Wege zu regionalen Biobauern sowie kleinen Backstuben in Kauf nehmen, um diese unglaublichen Machenschaften nicht länger zu unterstützen.

 

17.02.2012 um 18:46
Zsombor Kovacs sagt

Ich kann mich WF 41 nur anschließen. Diese Stellungnahme ist sehr mager. Auf die wirklich unangenehmen Teile im Buch wird gar nicht eingegangen und auch was man hier liest ist für mich nicht befriedigend. Ich empfinde das eher als leere Floskeln.

Ich bin zwar Auslandsösterreicher, kaufe aber wenn ich in Österreich bin meistens Bio im Supermarkt. Bin sicher nicht naiv, aber meine Vostellungen dieser Bioproduktion (auch bei Ja natürlich) lagen wohl bisher weit weit weg von der Realitaet. Auch Freunde von mir in Österreich, die das Buch gelesen haben, sind entsetzt über den Umgang mit dem Vertrauen der Konsumenten, der bei manchen Konzernen wohl sehr zu hinterfragen ist.

Man kann sich als Vermarkter nicht so einfach rausreden, wenn der Konsument ganz falsche Bilder von "Bio" hat. Immerhin tun Werbung und auch diese Internethomepage hier sehr viel dafür, dass diese falschen Bilder entstehen. Da kann man doch nicht mehr so einfach sagen: Werbung dient halt der Positionierung der Marke und das ist eben so in der Werbebranche. So einfach kann man sich es m.E. nicht machen.

 

Besonders betroffen macht mich Ihr Umgang mit Nutztieren. Ich werde mich beim naechsten Besuch in Österreich nach Einkaufsquellen umsehen, bei denen ich mich besser aufgehoben empfinde.

 

Für das Buch "Der große Bioschmaeh (Wie uns die Lebensmittelkonzerne an der Nase herumfuehren)" bin ich sehr dankbar.

 

Zsombor Kovacs

19.02.2012 um 20:02
Zsombor Kovacs sagt

PS lehrreich hab ich diese Stellungnahmen von Experten gefunden. Wer Zeit dafür hat:

 

www.youtube.com/watch

 

www.youtube.com/watch

 

19.02.2012 um 20:07
Sabine.S. sagt

Mir geht es genauso wie WF41. Ich weiß zwar schon seit dem grandiosen Buch von Manfred Karremann "Sie haben uns behandelt wie Tiere", dass sogenannte Nutztiere in unserer Gesellschaft grausamst behandelt werden bis sie auf unserem Teller landen, aber trotzdem bin ich wieder schockiert von der Bestie Mensch, denen es ausschließlich um immer mehr Geld geht und die vor offenem Betrug nicht halt macht. Es gibt ja nicht einmal Gesetze, die die Betrügerein der Großkonzerne am Konsumenten aufhalten könnten. Es ist heute selbst für den aufgeklärten Konsumenten fast nicht möglich sich giftfrei zu ernähren, selbst wenn man bereit ist dafür viel Geld und Zeit aufzuwenden. Mich wundert es auch nicht mehr, dass heutzutage jeder Zweite Mensch an Bandscheibenvorfällen und sonstigen rheumatischen Erkrankungen leidet, die alle u.a. ihre Ursache in den Antibiotika- und Giftgaben haben, die wie täglich über das Essen zu uns nehmen müssen. Was essen eigentlich die Handlanger dieser Großkonzerne?

Ich bin sehr dankbar für das Buch "Der große Bioschmäh" und wünsche mir sehr, dass die Verantwortlichen dieser Bio-Schmäh-Konzerne bald mal zur Besinnung kommen, dass man Geld nicht essen kann.

21.02.2012 um 16:37
Ulli Cecerle-Uitz sagt

Es ist erfreulich, dass das Thema Bio derzeit in aller Munde ist - eine Chance für uns, Unwissen oder auch Vorurteile aufzuklären. Danke an dieser Stelle an den Buchautor des viel besprochenen Buches, dass er viele heikle Themen aufs Tapet bringt. Und das meinen wir keineswegs zynisch. Leider sind jedoch die oft polemisch formulierten Pauschalanschuldigungen in zahlreichen Kapiteln nicht hilfreich, die Menschen für Bio zu begeistern und zu überzeugen, dass Bio langfristig gesehen der einzig sinnvolle Weg der Nahrungsversorgung ist, um unsere Ökosysteme aufrechtzuerhalten. Das Gegenteil ist wohl der Fall – die Verunsicherung steigt. Die logische zu erwartende Reaktion vieler Konsumenten: „Bio ist also eh nur Tarnung & Täuschung und teuer, also können wir mit ruhigem Gewissen konventionelle Ware kaufen – ist eh alles das Gleiche…“ Diese Schlussfolgerung ist natürlich fatal und kann keinesfalls im Interesse des jungen Agrarbiologen sein.

 

Unser Beitrag für eine breite Entwicklung von biologischer Landwirtschaft hat eine 17-jährige Geschichte, wir haben vieles erreicht – und es gibt zweifelsohne Bereiche, die Verbesserung und Optimierung bedürfen. Die absolutistische Verteufelung der "Großen" beispielsweise, die die "Kleinen" drücken und ausbeuten ist ein Rundumschlag und widerspricht den Fakten. Zu unseren Lieferanten zählen kleine Bergbauernbetriebe ebenso wie große Höfe mit hoher Produktionskapazität. Einige andere Diskussionspunkte siehe in unserem Blogbeitrag!

 

Es geht um Entwicklung, kontinuierliche Verbesserung und Qualität ebenso wie um soziale Fairness und Tierethik. Und es geht um Wirtschaftlichkeit – das ist kein Geheimnis. Bio in großen Mengen zu leistbaren Preisen in gleichbleibender Qualität anzubieten, ist eine Errungenschaft – keine Verfehlung!

 

23.02.2012 um 14:41
Schau sagt

Meinen sie das ernst? Sie wettern volles Rohr gegen die konventionelle Landwirtschaft und ihr eigener Konzern ist fast ausschließlich konventionell! (Rewe)

Ja wenn es so wichtig ist, dass sich Bio endlich durchsetzt, warum verkaufen sie dann noch immer fast nur konventionelle Lebensmittel???

 

Die gesamte Stellungnahme ist doch Zynismus pur...

 

Außerdem wenn jetzt Bio-Kaeufer zurecht verunsichert sind (wie sie beklagen) dann kann man wohl kaum den Autor dafür verantwortlich machen. Da ich das Buch gelesen habe weiß ich er tut nichts anderes, als dass er die Realitaet unter die Lupe nimmt.

Wenn jetzt jemand unsicher wird... ist dann der Autor schuld? Ich finde nein.

 

23.02.2012 um 16:47
mela sagt

Ich habe beim Rewe Konzern und Hofer immer ausschließlich BIO Produkte gekauft. Mein Geld trage ich seit Lektüre des Buches "Bio-Schmäh" lieber zum Direktvermarkter. Das geht auch in der Stadt.

Ich finde die Werbung von JA-natürlich in diesem Kontext wirklich eine Frechheit. Denn echter ökologischer Landbau hat mit artgerechter Tierhaltung zu tun und nicht mit Massentiertransproten und Schlachtungen. Von mir bekommt Ihr keinen Euro mehr!!!!

24.02.2012 um 16:46
Alfred Truchseß sagt

Ich befasse mich seit rund 20 Jahren bereits mit ökologischen Anbaumethoden und ökologischen Verpackungsmaterialien. Wegen der 5 Produkte, welche REWE von vielleicht 20.000 Produkten ökologisch verpackt hat, braucht man sich nicht rühmen. Außerdem sind die Etiketten auf diesen Verpackungen noch immer mit einem synthetischen Kleber ausgestattet. Zusätzlich muss man sagen, dass 70% der REWE Verkäufer über dieses Thema nicht Auskünfte geben können. Diese wissen davon gar nichts! Wie sollte es nun der Kunde erfahren?

Wie erfährt es der Entsorger, wenn er diese Verpackung in der Biotonne findet.

Und die Anbaumethoden? Die Ja! Natürlich Feldfrüchte werden auf Plastikfolien gezogen! Und die Weischmacher in diesen Folien! Wer schaut auf diese? Biojoghurt von Rewe ist im Plastikbecher. Warum kein kompostierbarer Bagassebecher?

Wenn REWE oder die anderen Handelsketten wollten, könnten sie 30% des Mülls einsparen. Warum verpacken Sie Ihre wunderbaren Produkte in Müllverpackungen? Warum nicht in kompostierbare Verpackungen, welche kein Müll sind, sondern zu Kompost werden? 5 Blatt Wurst sind in riesigem Plastik verpackt, damit der Inhalt größer wirkt.

Die Sache mit dem PLA ist auch ganz klar: Es gibt bereits garantiert gentechnikfreies PLA, wobei der Rohstoff aus Lebensmittelabfällen besteht, und nicht aus Lebensmitteln.

Müll recyceln ist unlogisch. Keinen Müll erzeugen ist intelligent!

Ich wollte, REWE ist intelligent.

Alfred Truchseß

24.02.2012 um 17:14
Alois Posch sagt

Unser Betrieb produziert für Ja Natürlch Fruchtgemüse, Bio-Cherrytomaten, Bio-Paprika, Bio-Paprika und Bio-Chilliraritäten. Wir machen das seit 6 Jahren. Seit 10 Jahren halten wir Bio-Legehennen. Ein ganz normaler Betrieb also, der für den österreichischen Lebensmittelhandel produziet.

 

Ich lade hiermit jeden Interessierten ein, sich auf meinem Betrieb ein Bild von der Realität eines ganz normalen Biobetriebes zu machen. Sie können mich besuchen, unangemeldet, ich werde ihnen alle Türen öffnen, alle Fragen beantworten.

Sie können sehen, wie es unseren Hühnern geht, wie Biogemüse produziert und verpackt wird. Ich werde ihnen alles zeigen, alle Fragen beantworten, und zwar ungeschönt.

 

Ich war gerade auf der Seite des Autors des "Bioschmäh" Buches. Er beschreibt dort die Biolegehennenhaltung als industrielle Massenproduktion, wo die Hennen die Eier auf Legebänder legen.

Wir haben einen solchen modernen Legehennenstall, und ich kann ihnen garantieren, wenn sie gesehen haben, wie die Realität aussieht, dann werden sie die Aussagen des Autors als das erkennen was sie sind: als billige Demagogie.

 

Im Moment haben wir keine Gemüsesaison, wenn sie aber im Sommer zu mir kommen, dann können sie auch sehen, wie Biogemüse produziert und verpackt wird. Sie können die Arbeitssituation der Erntehelfer selbst erkunden, sie können mit meinen Mitarbeitern sprechen, ohne dass ich dabei bin. Sie können sehen, wie die Paprika und Paradaiser wachsen, womit gedüngt wird usw. Ich verspreche ihnen, dass ich alle ihre Fragen beantworten werde.

 

Alois Posch

Donnersdorf-Au 11

8484 Unterpurkla

 

 

26.02.2012 um 10:19
Mike K. sagt

"Die Fehler gehören sofort ausgemerzt", sagt Toni Hubmann von Tonis Freilandeier.

 

www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/2956440/fehler-gehoeren-sofort-ausgemerzt.story

 

26.02.2012 um 16:12
NixLuxus sagt

Also warum ein Einkauf am Biohof finanziell ein Luxus sein soll, erschliesst sich mir nicht. Seit zwei Wochen kaufe ich am Biohof, in Wien, ein und ausser dem fairen Milchpreis ist alles günstiger als bei REWE - Hofer etc.

Die Hühner, die "meine" Eier legen, kann ich persönlich begrüssen, ebenso den dazugehörigen Hahn. Artgerechter Auslauf selbstverständlich.

Gemüse zwar nicht poliert, dafür aber mit Geschmack. Äpfel kosten ein Drittel gegenüber dem Supermarkt, dafür gibts auch dreimal so viel Sorten zur Auswahl.

Man muss nur seinen Hintern in die Höhe bringen und sich auf die etwas kurzen Öffnungszeiten einstellen.

 

26.02.2012 um 16:51
joe sagt

@ NixLuxus

 

hey klingt super, dort will ich auch kaufen, verrätst du mir deine Quelle :-)

 

danke

lg joe

26.02.2012 um 20:07
Schau sagt

Liebe Ja-natürlich-bloggerinnen. Sie schreiben jetzt auch "Verunsicherung von Konsument*innen". Und sie sehen sich selbst da gar nicht verantwortlich dafür???

 

Habe am Blog vom Bioschmaeh-autor gerade seine Antwort darauf gefunden und finde sie einen Gedanken wert:

cgarvay.wordpress.com/2012/02/26/verunsicherung-der-konsumenten/

 

Ich meine, der Autor hat doch nur die Realitaet erkundet und den Werbeschmaehs gegenüber gestellt. Ja schlimm, was man da erfaehrt. Das hat auch mein Vertrauen in die Bioprodukte erschuettert, die ich Jahre lang überschaetzt haben muss. Aber ist das jetzt wirklich der Fehler des Autors oder liegt das nicht doch auch an ihrem Umgang mit der Wahrheit? Hm...

 

26.02.2012 um 21:32
Alois Posch sagt

Wir Biobauern zeichnen uns auch dadurch aus, dass wir unser Tun auch kritisch hinterfragen. Das Buch macht auch genau das: Es hinterfragt.

Dort, wo der Autor aber danebengreift, dort soll man auch dagegenhalten.

Wir brauchen einen Biolandbau, der fest zu seinen Grundsätzen steht, und trotzdem innovativ und modern ist. Wir brauchen die alten Sorten genau so wie wir moderne Züchtungen brauchen. Wir müssen alte Nutztierrassen erhalten, und gleichzeitig moderne Rassen züchten, die auf die Bedürfnisse des Biolandbaues abgestimmt sind.

 

Wir können nicht mit den Methoden von Gestern die Probleme der Zukunft lösen. Unser Planet muß mittlerweile fast 8 Mrd. Menschen ernähren. Dieser Herausforderung müssen wir uns stellen.

 

Ich will keinen Biolandbau, der als Nischenprodukt die Bedürfnisse einiger Wohlhabender befriedigt, während die Masse von der konv. Landwirtschaft ernährt wird.

 

Wir haben auf unserem Betrieb seit 10 Jahren Biolegehennen und wir bauen Fruchtgemüse für Ja Natürlich an. In diesen zwei Sparten kenne ich mich wirklich aus.

 

Zuerst die Fakten: Wir haben in Österreich, neben der Schweiz, die strengsten Richtlinien in der Haltung von Biolegehennen. Kein Stall darf mehr als 3000 Legehennen beherbergen, ein Stall ist dabei immer eine abgeschlossene Einheit mit umliegendem Auslauf. So wird verhindert, dass z.B. große Stallungen gebaut werden, und auf lauter 3000er Einheiten unterteilt werden. Leider ist das in anderen Ländern Gang und Gebe. Bei uns nicht. Wir haben in Österreich ausschließlich eingestreute Gruppennester.

Jede Henne hat jeden Tag Zugang zum Auslauf, dieser muß 10m2 je Henne betragen.

 

Dann die Darstellung des Autors: Ein Bild eines vollen Stalles mit der Bildunterschrift: Hier legen Hühner ihre Eier auf ein Fließband.

 

Jeder Bauer weiss, das keine Henne jemals ein Ei freiwillig auf ein Fließband legen würde. Tatsächlich handelt es sich um ein modernes tiergerechtes Gruppennest mit mind 15 cm Einstreu. Jeder Nutztierethologe kann bestätigen, dass es sich dabei um die wahrscheinlich tiergerechtesten Nester überhaupt handelt. Die Absicht des Autors ist hier eindeutig: Er informiert nicht, er verbreitet Stimmungen. Das Bild von indurstriellen Massenproduktionen soll hervorgerufen werden.

 

Das ist keine objektive Information, das ist billige Demagogie. Ich kann hier nur meine Einladung an alle Konsumenten wiederholen: Besuchen sie meinen Betrieb (oder suchen sie sich einen Bio-Legehennenbetrieb in ihrer Nähe), sehen sie sich vor Ort um, machen Sie sich selbst ein Bild.

 

Der Autor kritisiert die Werbung der Konzerne als irreführend. Da hat er Recht. Die Konsumenten erwarten sich von der Werbung aber keine Aufklärung. Sie wissen, dass dort mit Bildern und Stimmungen gearbeitet wird. Von einem Sachbuch erwarte ich mir aber schon, dass es zumindest versucht, objektiv zu sein.

 

 

 

 

27.02.2012 um 13:49
Mike K. sagt

Aber Herr Alois, das stimmt doch alles nicht, was sie dem Autor da unterstellen. Zum Beispiel das hier, ich habe das Buch hier vor meinen Augen liegen:

"Hier legen Hühner ihre Bio-Eier über ein automatisches Nest auf ein Fließband", steht da das ist ganz richtig so.

(übrigens legen die Hennen dort für alle Bio-Marken wie man erfährt und an dem Betrieb leben 15.000 Hennen in 5 Einheiten schreibt der Autor.)

 

Auch das Auslaufdilemma stellt er sachlich und objektiv dar, sogar per Interview mit einem Uni-Professor der Experte ist. Kein Schwarz-Weiss-Malen wie in der Werbung.

 

Übrigens für wen produzieren SIE ihre Eier?

27.02.2012 um 15:05
Alois Posch sagt

Danke Herr Mike K. für das richtige Zitat. Es zeigt die Absicht des Autors ganz klar.

 

Zu den Fakten: Das Nest, das der Autor beschreibt gehört aus Sicht des Tierschutzes zum Besten das es derzeit gibt. Das können ihnen alle Experten - egal ob Nutztierethologen, der Verein gegen Tierfabriken, oder die Kontrollstelle für artgerechte Tiehaltung - bestätigen. Bei diesem Nest sind die Gruppennester nebeneinander angeordnet, wobei jedes Nest etwa 90cm mal 90cm misst, die Seitenwände bestehen ebenso wie das Dach aus Holzplatten. Der Boden ist mit ca. 15cm Einstreumaterial (z.B. Dinkelspelzen) bedeckt.

 

Der Auotr schreibt: "Hier legen die Hühner ihre Bio-Eier über ein automatisches Nest auf ein Fließband" Die Wortwahl ist dem Autor ja nicht zufällig passiert, so patschert ist er nicht. Da steckt schon Absicht dahinter. Er will damit beim Leser das Bild von Massentierhaltung und Industrie erzeugen. Der Leser würde niemals auf die Idee kommen, dass es sich bei diesem Nest um eines der tiergerechtesten handelt.

 

Lieber Herr Mike K, ich bin zwar kein Uni-Professor, aber ich habe nun schon seit 10 Jahren Biohühner. Ich kenne mich also auch ein bisschen aus. Ich kann nur meine Einladung an Sie erneuern: Besuchen Sie meinen Betrieb, gerne unangekündigt, und überzeugen Sie sich doch selbst, ob es ein "Auslaufproblem" gibt. Ich kann ihnen auch das Nest zeigen, dass der Autor als automatisiertes Fließband bezeichnet. Haben Sie doch den Mut sich selbst ein Bild zu machen. Ich werde alle Türen ölffnen und alle Fragen nach gutem Gewissen beantworten.

27.02.2012 um 18:17
ein (menschen-) tier sagt

tiergerechtest? "tiergerechtest" ist die freiheit, und dass hühner ihre eier auch ausbrüten dürfen, nicht ~300 pro jahr legen müssen um nach 1 1/2 jahren ausgelaugt zu sein und in den schlachthof auf ein tötungs-förderband kommen... und wo sind übrigens alle die hähne, denn 50% der gelegten eier würden hähne werden. die braucht man aber auch bei diesen "tiergerechtesten" nester nicht, also werden sie gleich am ersten tag nach der geburt geschreddert, vergast, etc.... wirklich SEHR tiergerecht. und in den hühnerbrütereien die ALLE hühner "produzieren" geht es noch ganz anders zu. ausbrüten tun brutkästen mit vielen lagen übereinander, nicht rechtzeitig geschlüpfte hühner werden auch ermordet, etc. und danach werden sie an die diversen "eierproduzenten" (diese produzieren keine eier, sondern halten hühner als legesklaven!) ausgeliefert, ob bio oder nicht...

 

ich hasse diese schönfärberei, sei es eben bio oder nicht...

28.02.2012 um 10:53
ein (menschen-) tier sagt

tiergerechtest? "tiergerechtest" ist die freiheit, und dass hühner ihre eier auch ausbrüten dürfen, nicht ~300 pro jahr legen müssen um nach 1 1/2 jahren ausgelaugt zu sein und in den schlachthof auf ein tötungs-förderband kommen... und wo sind übrigens alle die hähne, denn 50% der gelegten eier würden hähne werden. die braucht man aber auch bei diesen "tiergerechtesten" nester nicht, also werden sie gleich am ersten tag nach der geburt geschreddert, vergast, etc.... wirklich SEHR tiergerecht. und in den hühnerbrütereien die ALLE hühner "produzieren" geht es noch ganz anders zu. ausbrüten tun brutkästen mit vielen lagen übereinander, nicht rechtzeitig geschlüpfte hühner werden auch ermordet, etc. und danach werden sie an die diversen "eierproduzenten" (diese produzieren keine eier, sondern halten hühner als legesklaven!) ausgeliefert, ob bio oder nicht...

 

ich hasse diese schönfärberei, sei es eben bio oder nicht...

28.02.2012 um 11:10
ein (menschen-) tier sagt

sorry, ein reload der seite hat den kommentar ein zweites mal gepostet. war nicht meine absicht

28.02.2012 um 11:11
Alois Posch sagt

Ich respektiere ihre Ansicht. Wenn alle Eier ausgbrütet werden, dann gibts keine Bioeier. Das heisst vegane Ernährung. Ich habe grossen Respekt vor Menschen, die vegan leben.

 

Nun gibt es aber auch Menschen, die zwar kein Fleisch essen, aber Eier und Milchprodukte. Dann gibt es auch noch Menschen die Fleisch essen, aber sicher gehen wollen, dass die Tiere artgerecht gehalten wurden.

Auch diese Menschen verdienen Respekt.

 

Meine Legehennen sind nicht nach 1,5 Jahren ausgelaugt, sondern dürfen mausern und noch eine Periode leben.

 

Das Töten der männl. Küken ist ein wirkliches Problem. Das ist uns bekannt. Es hat auch schon ein Projekt vom Toni Hubmann gegeben, die männl. Küken zu mästen. Ich weiss nicht, ob das noch läuft, der wirtschaftliche Erfolg war halt das Problem. In Österreich leben 5 Mio. Legehennen, also müssten 5 Mio. Hähne konsumiert werden. Diese Hähne sind extrem langsamwachsend, haben viel weniger Fleischanteil als Masthühner, was ihren Verkauf fast unmöglich macht.

Trotzdem wäre diese Lösung die beste. In einem freien Land können sie die Menschen aber nicht zwingen, dieses Fleisch zu kaufen. Trotzdem sollten wir aber öffentlich Überzeugungsarbeit leisten und solche Projekte wie das vom Toni Hubmann unterstützen!

 

Das tiergerechte Töten ist ein sehr schwieriges Thema. Das Tötungsförderband, wie sie es nennen, verursacht den Hühnern sehr wenig Leid. Drum wird es auch verwendet. Was bleibt, ist das moralische Dillemma, das wir beim Töten von Tieren empfinden. Auch die tiergerechteste Tötungsform verursacht letztlich den Tod des Tieres. Drum hab ich auch grossen Respekt vor Menschen, die vegan leben.

 

Trotzdem bin ich der Meinung, dass auch jene, die Fleisch konsumieren, das Recht haben, fair produziertes Fleisch zu bekommen. Der Biolandbau ist nichts anderes als der Versuch, eine Lösung dafür anzubieten. Natürlich werden dabei Kompromisse eingegangen (z.B. das Töten von männl. Küken), aber es ist ein redlicher Versuch. Wir hinterfragen unser Tun, sind auf der Suche nach besseren Lösungen. Der Biolandbau ist keine in Stein gemeisselte Ideologie, sondern mehr ein "work in progress" Prozess. Genau aus diesem Grund ist es ja so wichtig, dass auch kritisch hinterfragt wird. Genau das macht das Buch - und das ist gut so.

28.02.2012 um 11:53
Mike K. sagt

aber es muss doch auch etwas dazwischen geben... zwischen Veganismus und einer "verrückt" gewordenen Bio-Industrie in der nur mehr Spitzenleistungshühner aus irgendwelchen Laboranlagen verwendet werden können. Es muss doch auch Eier- und Fleisch- produkte geben, die wenigstens in etwa so hergestellt werden, wie es sich die Käufer davon erwarten. Wenn sie von "fair" schreiben, gehört das nämlich auch dazu. Gruß.

28.02.2012 um 13:03
Alois Posch sagt

Hallo Herr Mike K.

 

Wir verwenden keine Hühner aus Laboranlagen. In der Biomast werden Küken gemästet, die in von Bioelterntieren abstammen. Diese Bioelterntierhaltung hat es nicht von Anfang an gegeben, das stimmt. Mittlerweile ist sie aber Pflicht. Das ist auch ein Beweis dafür, dass der Biolandbau sich entwickelt hat.

 

Die Kreuzungen, welche in der Biomast verwendet werden, sind langsamwachsend. Zum Vergleich: ein konv. Hähnchen braucht ca. 6 Wochen, bis es fertig ist. Das Biohähnchen braucht bis zu 10 Wochen.

Das Fleisch ist fester, und schmeckt einfach besser. Natürlich wäre es wünschenswert, dass nicht nur die Elterntiere, sondern auch die Großelterntiere und die Urgrosselterntiere biologisch gehalten werden.

Das passiert leider nicht, weil der Aufwand dafür einfach momentan noch zu groß ist. Der Biomarkt ist da noch zu klein. Diese Tiere (also die Großelterngeneration usw) stehen tatsächlich bei den Züchtern und werden konventionell gehalten. Aber glauben sie mir: Jedes Küken hat einen Hahn als Vater und eine Henne als Mutter und wird nicht künstlich in einem Labor erzeugt.

 

Natürlich geht es auch in der Biomast um Effizienz. Aber nicht nur. Es geht auch um Tiergerechtigkeit, es geht um Geschmack und Lebensmittelqualität. Es ist halt einfach der Versuch, aus diesen Anforderungen einen Kompromiss zu schließen.

28.02.2012 um 14:07
Alois Posch sagt

Hallo Herr Mike K.

 

Wir verwenden keine Hühner aus Laboranlagen. In der Biomast werden Küken gemästet, die in von Bioelterntieren abstammen. Diese Bioelterntierhaltung hat es nicht von Anfang an gegeben, das stimmt. Mittlerweile ist sie aber Pflicht. Das ist auch ein Beweis dafür, dass der Biolandbau sich entwickelt hat.

 

Die Kreuzungen, welche in der Biomast verwendet werden, sind langsamwachsend. Zum Vergleich: ein konv. Hähnchen braucht ca. 6 Wochen, bis es fertig ist. Das Biohähnchen braucht bis zu 10 Wochen.

Das Fleisch ist fester, und schmeckt einfach besser. Natürlich wäre es wünschenswert, dass nicht nur die Elterntiere, sondern auch die Großelterntiere und die Urgrosselterntiere biologisch gehalten werden.

Das passiert leider nicht, weil der Aufwand dafür einfach momentan noch zu groß ist. Der Biomarkt ist da noch zu klein. Diese Tiere (also die Großelterngeneration usw) stehen tatsächlich bei den Züchtern und werden konventionell gehalten. Aber glauben sie mir: Jedes Küken hat einen Hahn als Vater und eine Henne als Mutter und wird nicht künstlich in einem Labor erzeugt.

 

Natürlich geht es auch in der Biomast um Effizienz. Aber nicht nur. Es geht auch um Tiergerechtigkeit, es geht um Geschmack und Lebensmittelqualität. Es ist halt einfach der Versuch, aus diesen Anforderungen einen Kompromiss zu schließen.

28.02.2012 um 14:08
ein (menschen-) tier sagt

nun eine periode länger heisst dann 2 1/2 bis 3 jahre nehme ich mal an. das ist in bezug zur wirklichen lebenserwartung auch nicht sehr hoch.

 

aber auch bei anderen tieren (wenige monate statt viele jahre!), oder noch weniger ("spanferkel", masthühner. etc.). so etwas kann niemals tiergerecht sein. auch hat keines der tiere eine reelle überlebenschance, was es bei raubtieren in der freien natur hätte, bzw. werden immer ganze familien, naja, alle eben getötet, ohne rücksicht.

 

die tiere werden auch normalerweise vom tierarzt oder landwirt "besamt", also entweder bei rindern mit dem ganzen arm in die vagina das sperma eingeführt (muss ja speziell ausgesuchtes sperma sein, welches hochleistungstiere heranzüchtet - je nach wunsch mehr fleisch, mehr fett, mehr milchleistung, etc.) oder bei schweinen z.b. mittels besamungswagen etc. - ein sehr natürlicher vorgang, ...

 

also auch bei bio ist das tier ein produkt, ein "ding" welches ertrag bringen muss. bei nicht-mehr-genug-leistung-bringend ab in den schlachthof.

 

das tötungsförderband macht es halt sehr einfach zu sagen, dass es "wenig leid" (ist "wenig leid" denn auch wirklich genug???) verursacht, und bitte wer weiss das denn bei so einem rein technischen tötungsprozess - wenn ein huhn währenddessen nicht richtig betäubt wurde dann wird es von dem band einfach weitergeschleift mit dem kopf hängend, in die nächste station. da überprüft niemand ob es noch lebt. die maschine macht das schon, dass es am ende dann wirklilch tot ist, bei welcher "station" auch immer (rupfen, hals einschneiden, verpacken, und alle anderen stationen dazwischen. es ist den menschen aber so etwas von egal wann und wie es stirbt, hauptsache es stirbt und landet im laden. aber bitte nicht mehr fast ebend, bitte ohne tötungsspuren, ohne rückschluss was das tier alles in seinem kurzen leben erleiden musste. "schmecken" muss es und günstig muss es sei.

 

ich höre mal wieder auf, weil mich das thema sehr deprimiert, erst recht menschen, denen eben alles so egal ist, weil alles so normal ist in dieser gesellschaft was eigentlich abnormal ist...

 

 

28.02.2012 um 14:09
Mike K. sagt

@ ein (menschen-) tier,

 

ich füge noch hinzu, dass das Zerschreddern oder Vergasen der Bio-Küken sogar ohne Betäubung passiert.

28.02.2012 um 14:25
Alois Posch sagt

Hallo Herr Mike K:

 

In der Biomast werden heute ausschließlich Küken verwendet, die von biologisch gehaltenen Elterntieren stammen. Das war leider am Beginn von Bio noch nicht so. Es beweist aber, dass der Biolandbau sich entwickelt hat und sich auch weiter entwickeln wird. Natürlich wäre es auch wünschenswert, wenn die Großelterntiere und die Urgroßelterntiere auch biol. gehalten würden - aber da sind wir nicht so weit. Aber ich kann ihnen versichern, dass jedes Küken einen Hahn als Vater und eine Henne als Mutter hat und nicht im Labor gezüchtet wurde.

 

Es gibt auch schon erste Versuche mit echten Zweinutzungsrassen. In Deutschland gab es schon Fütterungsversuche. Zweinutzungsrasse heisst in diesem Zusammenhang: Die weiblichen Tiere können als Legehennen verwendet werden und die männl. Tiere könnten als Masttiere verwendet werden.

 

Im Moment verwenden wir in der Biomast langsamwachsende Kreuzungen. Zum Vergleich: ein konv. Hähnchen benötigt ca. 6 Wochen die Biohähnchen benötigen bis zu 10 Wochen. Dafür ist das Fleisch etwas fester und schmeckt besser. Natürlich könnten auch noch langsamer wachsende Kreuzungen verwendet werden. Sie müssen aber bedenken, dass dann der verfütterte Getreideanteil immer höher wird. Ich denke wir müssen auch im Biolandbau mit unseren Ressourcen schonend umgehen. Deshalb müssen wir einen Kompromiss finden, zwischen Tiergerechtheit, Qualität und effizient eingesetzte Futtermittel.

 

Was das Töten der männlichen Küken betrifft: Am meisten stört mich dabei, dass hier Tiere auf die Welt gebracht werden, die getötet werden, ohne dass es dem Menschen in irgend einer Art und Weise dienlich ist. Aber wenn sie schon getötet werden müssen, dann soll das rasch und schmerzlos erfolgen, finde ich. Das Zerschreddern der Tiere klingt zwar sehr roh, ist aber zumindest eine rasche und schmerzfreie Tötung. Viel besser und moralisch anständiger wäre aber natürlich eine Nutzung dieser Tiere, da gebe ich ihnen vollkommen recht.

28.02.2012 um 17:08
Schau sagt

Herr Posch, sie haben die Gabe eines Werbefachmanns. Sie schaffen es, Dinge völlig beschönigt darzustellen :-) Respekt, die Leute von rewe werden ihre Freude mit ihnen haben.

Klar kommen die Hühner aus Labors und es sind ja auch staendig die gleichen Herkünfte. Sie schaffen gerade eine Generation, die sich aber wegen der unnatürlichen Zuchtwahl nicht mehr fortpflanzen kann. Also kommt der Nachschub aus den Labors von weit her. Geht nicht anders.

 

Und bleiben wir bitte auch hier mit der Realitaet, spaetestens nachdem ich das Buch gelesen hab weiß ich dass Bio-Elterntiere gar keinen Auslauf ins Grüne haben. Das sind offiziell nicht einmal Bio-Eier. Sie dürfen auch nicht so bezeichnet werden. Da kommen die "Bio"-Bruteier her. Und dann geht diese irre Industriekette erst richtig los. Und bitte verharmlosen sie das automatische Zermantschgern der Küken am Fließband hier nicht all zu sehr.

 

Eines würd ich noch gern wissen: Ihre Eier, erzeugen sie die auch für Ja natuerlich?

28.02.2012 um 17:24
Alois Posch sagt

Es war nicht meine Absicht zu verharmlosen. Ich bin mit diesem Zustand nicht zufrieden. Das habe ich klar zum Ausdruck gebracht.

 

Bei den Züchtungen handelt es sich um Kreuzungen. Das heisst, es werden 2 Rassen gekreuzt, und die erste Nachkommensgeneration ist jene, die verwendet wird. Wenn 2 reinerbige Rassen (man spricht hier von homozygot) gekreuzt werden, dann tritt in der ersten Nachkommensgeneration die Mendelsche Uniformitätsregel in Kraft: die Nachkommen sind uniform. Das gilt für den Phänotyp, genotypisch sind sie heterozygot, also gemischterbig. Wird diese erste Nachkommensgeneration wieder untereinander gekreuzt, dann tritt die 2. Mendelsche Regel in Kraft: die Spaltungsregel. Das ist der Grund, warum die Tiere nicht weiter gezüchtet werden, weil sie in ihren Merkmalen aufspalten. Sie sind nicht unfruchtbar, aufgrund von "unnatürlicher Zuchtwahl", wie sie oben geschrieben haben. Das klingt sehr technisch, drum will ich es anhand eines Beispieles erklären:

 

Sie haben zwei reinerbige Hunderassen: einen deutschen Schäferhund und einen Labrador. Wenn die Rassen wirklich reinerbig sind, dann wird bei einer Kreuzung die erste Nachkommengeneration sehr uniform aussehen: Es wird, je nach dominanzverhältnis der Merkmale, eine Mischform zwischen den beiden Eltern entstehen. Diese Nachkommen werden sehr uniform aussehen. Ihr Phänotyp - also ihr äußeres Erscheinungsbild - ist uniform. Genetisch sind sie aber nicht reinerbig. Und das merken sie dann, wenn sie zwei solche Bastarde (in der Züchtung nennt man das so) kreuzen. Dann werden viele verschiedene Phänotypen auftreten, die einmal dem Schäferhund und einmal dem Labrador näher sind.

Eine solche Kreuzung ist eben keine Rasse - sie ist nicht reinerbig. Man spricht bei solchen Kreuzungen auch von Hybriden, weil sich ein Hybrid- oder Heterosiseffekt bemerkbar macht. Ein Kreuzungsprodukt aus zwei homozygoten Linien ist meist sehr vital und hat eine sehr positive Merkmalsausprägung.

 

Ich hoffe, ich habe hier einigermaßen verständlich machen können, worum es bei der Züchtung geht. Mit Labormaßnahmen hat das nichts zu tun.

28.02.2012 um 20:00
ein (menschen-) tier sagt

@Alois Posch

 

ihre sprache schon alleine lässt mir einfach nur kalte schauer über den rücken fliessen. von gefühlen kann man bei ihnen weder etwas durchspüren noch herauslesen. für sie sind tiere einfach sachen die sie "verwenden" und zu geld machen:

 

"In der Biomast werden heute ausschließlich Küken verwendet,"

 

"Die weiblichen Tiere können als Legehennen verwendet werden und die männl. Tiere könnten als Masttiere verwendet werden"

 

"Im Moment verwenden wir in der Biomast langsamwachsende Kreuzungen"

 

"ein konv. Hähnchen benötigt ca. 6 Wochen die Biohähnchen benötigen bis zu 10 Wochen"

(was tiere benötigen ist freiheit, luft, essen, ..., aber sicher keine 6 bis 10 wochen um "leben" zu dürfen (falls das eines ist in der zeit - sie werden ja nicht einmal erwachsen bis dahin!), damit sie dann endlich geschlachtet werden können um den umsatz/gewinn der "verwender" zu steigern.)

 

"Am meisten stört mich dabei, dass hier Tiere auf die Welt gebracht werden, die getötet werden, ohne dass es dem Menschen in irgend einer Art und Weise dienlich ist."

(dienlich bedeutet hier getötet zu werden um geld zu bringen, einfach nur zum kotzen diese einstellung!)

 

"Viel besser und moralisch anständiger wäre aber natürlich eine Nutzung dieser Tiere"

(moralisch anständiger wäre es die tiere ihr leben leben zu lassen!)

 

und zu:

"Ich denke wir müssen auch im Biolandbau mit unseren Ressourcen schonend umgehen. Deshalb müssen wir einen Kompromiss finden, zwischen Tiergerechtheit, Qualität und effizient eingesetzte Futtermittel."

 

resourcen schonender ist tiere nicht zu halten, dann müssen keine tiere gefüttert werden um dann "fleisch" zu erzeugen, welches eben dadurch mehr resourcen verbraucht als wenn das "futter" selbst gegessen werden würde, und dann auch noch viel mehr menschen auf diesem planeten ernährt werden könnten! DAS ist ethisch und moralisch gerecht und resourcenschonen - gegenüber dem planeten, den menschen und natürlich den tieren!

29.02.2012 um 09:36
Mike K. sagt

hallo ein (menschen-) tier,

noch dazu ist "langsam wachsende Rasse" falsch. Wer das Buch kennt weiß, es sind keine Rassen sondern ganz normale Hybridzüchtungen. Laut Herstellerkonzern für den Schwergewicht- und Mittelgewichtmarkt. Das Buch offenbart sehr viele Details darüber.

29.02.2012 um 09:48
Ulli Cecerle-Uitz sagt

An dieser Stelle zwischendurch vielen Dank an Herrn Alois Posch, Bio-Bauer aus der Steiermark, der sich hier professionell, mit umfangreich detailliertem Know-how, viel Geduld und vor allem sachlich und respektvoll den Fragen der KommentatorInnen stellt.

 

Wir sind auf dem Weg. Es gibt viele Ziele, die sich Ja! Natürlich gesteckt hat. Einige davon sind bereits erreicht. Andere zu erreichen, wird aus unterschiedlichen Gründen noch länger dauern.

 

Bio aber insgesamt in Grund und Boden zu verdammen und sämtliche Pionierleistungen, Errungenschaften und Verbesserungen, die für Mensch, Tier und Umwelt umgestetzt wurden, außer Acht zu lassen, ist eingleisig.

 

29.02.2012 um 10:23
Mike K. sagt

na sehen sie herr Posch, da hat man bei Rewe ja doch eine große Freude mit ihnen...

Ist das eigentlich abgesprochen?

 

29.02.2012 um 11:25
ein (menschen-) tier sagt

ts ts ts ;-)

29.02.2012 um 11:50
Ulli Cecerle-Uitz sagt

Jeden einzelnen Kommentar von unserer Seite als negativ auszulegen, anzuzweifeln und anzugreifen, dient nicht der Sache.

29.02.2012 um 12:33
ein (menschen-) tier sagt

selbstbeweihräucherung aber auch nicht...

 

herr alois posch ist sicher nicht professionell hier unterwegs. und sein angebot mal bei ihm vorbeisczuschauen funktioniert ja auch nur deswegen, weil die ganzen schlimmen sachen ja ausgelagert sind. tiertransporte, schlachthöfe, brutstationen, tierbesamungen (=tier-vergewaltigungen), geburten (bei denen die tiere schon herausgezerrt werden müssen, da die ganzen gezüchteten "rassen" keine normale geburten mehr schaffen), etc.

 

all das ist unsichtbar für die besucher, und so kann man sich freuen hühner zu sehen etc., dass die nach ganz wenigen wochen schon gar nicht mehr am leben sind, aber am bauernhof ja sooo idyllisch und süß aussehen, das ist dem besucher nicht klar. man sieht ja auch nur das was man sehen will...

29.02.2012 um 13:24
Alois Posch sagt

Ich sehe es nicht als meine Aufgebe zu verharmlosen. Nutztiere werden verwendet, um Fleisch, Eier, und Milch zu erzeugen. Das ist nun mal so. Ich habe, wie oben erwähnt, großen Respekt vor der veganen Bewegung. Die Diskussion darüber wurde hier aber nicht geführt, sondern es geht um den Biolandbau und seinen Umgang mit dem Thema Tiergerechtheit.

 

Ob die Mastdauer nun 10 oder 12 Wochen dauert, ist für mein Empfinden weniger wichtig, als die Art wie wir die Tiere halten. Natürlich kann man ein Huhn auch 1 Jahr und länger mästen, wenn man will. Sie müssen dann aber bedenken, dass sie dann 40 kg Getreide und mehr für ein Kilogramm Fleisch benötigen. Auf einem Planeten, der nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung hat, ist das unverantwortlich. Ich weiss schon, dass eine vegane Ernährung auch unter diesem Aspekt das Vernünftigste ist. Trotzdem glaube ich, dass der Biolandbau auch jenen ein Angebot machen muß, die bewußt Fleisch konsumieren, und die daran interessiert sind, dass die Tiere so tiergerecht wie möglich gehalten wurden. Ich glaube, dass der bewußte Biokonsument von Haus aus weniger Fleisch konsumiert. Dafür legt er viel mehr Wert auf die Qualität und den Tierschutz.

 

Zum Vorwurf der Absprache: Ich bin durch die Seite des Autors auf den Blog gestossen, weil diese verlinkt war. Mittlerweile hat der Autor ja leider die Kommentarmöglichkeit auf seiner Seite abgeschafft. Das finde ich sehr schade, weil die Themen, welcher der Autor dort aufzeigt sehr wichtig sind. Ich denke schon dass ich, und auch andere die mit dem Thema befasst sind, einiges zu sagen hätten. Ich glaube schon, dass wir überzeugend darlegen können, dass wir eine ehrliche Alternative anbieten. Natürlich sind die Herausforderungen groß, denen wir uns stellen müssen. Der Autor zeigt es ja auch in seinem Buch auf. Auf den Punkt gebracht heisst das: Wir müssen es schaffen, eine Form der Landwirtschaft zu betreiben, die die Welt ernähren kann, und das auf nachhaltige, ethisch und moralisch anständige Weise. Das ist nicht wenig. Wir stellen uns aber dieser Herausforderung.

29.02.2012 um 14:16
Josef sagt

Ich lese hier schon eine Weile mit und finde, die Diskussion geht in die falsche Richtung. Das ist schade, da ich davon überzeugt bin, dass es sich um ein wichtiges Thema handelt.

 

Durch die letzten Einträge entsteht der Eindruck, es sei eine Frage zwischen entweder weiter wie bisher oder Schwenk zum Veganismus. Genau das ist nicht der Fall. Die Diskussion hier ist auf eine Ebene abgerutscht, für die das Thema zu schade ist. Ich finde es toll, dass sich so viele Menschen einbringen. Gerade deswegen würde ich wünschen, diesen Diskurs auf hohem Niveau zu führen.

 

Das Buch "Der große Bio-Schmäh", und der Autor besteht ja darauf, dass der Subtitel mit genannt wird: "Wie uns die Lebensmittelkonzerne an der Nase herumführen", dies Buch also habe ich gelesen. Und ich war beeindruckt. Das Werk liest sich so spannend wie ein Kriminalroman, ist aber höchst informativ. Und natürlich hat es mir die Augen geöffnet.

Dem Autor Arvay kann man auf keinen Fall Undifferenziertheit vorwerfen. Auch haben sich mehrere nahmhafte Wissenschaftler sehr wohlwollend zu diesem Buch und den Anliegen des Autors geäußert.

 

Es wird dem Buch überhaupt nicht gerecht, wenn hier ein "Klassenkampf" zwischen einem Veganer und dem Rewe-Konzern entfacht.

 

Ich werde sicher weiterhin mitlesen. Sehr interessant finde ich die Internetseite des Autors selber, die ich mithin verfolge:

www.arvay.info

Unter www.biokontakte.com ist eine ähnliche Diskussion ausgebrochen wie hier.

 

Sehr aufschlussreich erscheint mir außerdem folgender Beitrag:

cgarvay.wordpress.com/2012/02/28/bio-austria-konventionalisierung/

 

Der Diskurs sollte weitergehen, aber auf einem Niveau, der seiner Wichtigkeit entspricht.

 

mfg,

Josef

 

29.02.2012 um 19:28
Alois Posch sagt

Hallo Herr Josef

 

Ich stimme ihnen zu. Der Diskurs über dieses Thema ist immens wichtig. Schade, dass der Autor diesen Diskurs auf seiner Seite nicht will und er die Möglichkeit des Diskurses auf seiner Homepage abgestellt hat.

 

Wir Biobauern müssen unser Tun ständig vor den Konsumenten rechtfertigen, wenn wir das Vertrauen verlieren, haben wir unsere Existenzberechtigung verloren. Dieser Diskurs muß auf sachlich, fachlicher Ebene geführt werden, auch auf die Gefahr hin, dass die technische Sprache, die komplexe Themen manchmal hervorbringen, für den Leser weniger interessant klingt, als die polemisch, reisserische Vereinfachung.

 

Sehen wir uns mal die Situation des Biolandbaues in Österreich an und vergleichen wir diese mit Deutschland. In Österreich ist der Biomarkt stark in den Händen der Lebensmittelkonzerne, in Deutschland hat sich der Biomarkt viel stärker in Form von Biofachmärkten entwickelt, erst in Letzter Zeit beginnt der klassische Lebensmittelhandel Marktanteile zu gewinnen. Der Logik des Buches folgend, müssten in österreich die Tendenzen zur Konventionalisierung viel stärker ausgeprägt sein als in Deutschland. In der Realität ist es aber genau umgekehrt: In Österreich haben wir die strengsten Richtlinien, die kleinsten Strukturen, die höchten Marktanteile. Und das haben wir nicht trotz der kritisierten Konzerne REWE, HOFER und SPAR, sondern genau deswegen! Der Autor beschreibt auf seiner Seite einen Besuch auf der Biofachmesse in Nürnberg - sehr gelungen, ich hab schmunzeln müssen, weil ich bei meinem Besuch ähnliche Eindrücke hatte. Was auf dieser Leistungsschau des deutschen und internationalen Biomarktes alles zu sehen ist, ist nicht nur beeindruckend, sondern stimmt auch nachdenklich. Bio hat mittlerweile sämtliche Lebensbereiche erreicht, auch solche, die wir eigentlich nie gebraucht hätten. In den österr. Lebensmittelketten findet sich dieser Unfug ganz selten, und das ist gut so.

 

Im Legehennenbereich haben wir in Österreich z.B. die Stallgrössen auf max. 3000 Tiere begrenzt, wobei ein Stall immer eine Einheit mit umliegenden Auslauf ist. In Deutschland finden sie Großställe, die auf lauter 3000er Abteile unterteilt sind. In Österreich dürfen nur eingestreute Nester verwendet werden, anderswo können auch Abrollnester verwendet werden. Daneben gibt es noch zahlreiche Richtlinien von den Lebensmittelketten in Österreich: Verbot der Anbindehaltung von Jungrindern, Verbot des Zukaufs von konv. Düngemitteln usw. die es in dieser Form in Deutschland nicht gibt.

Wir sind in Österreich Vorbild, was die Biorichtlinien betrifft, und das, obwohl wir weltweit den höchsten Marktanteil haben.

 

Das heisst natrürlich nicht, dass wir uns auf unseren Lorbeeren ausruhen können. Das Buch soll Stachel in unserem Fleisch sein, es mag uns kurzfristig schaden - langfristig wird es uns nützen

01.03.2012 um 13:50
Clemens G. Arvay sagt

Offener Brief an Ja!Natürlich (REWE)

 

Sehr geehrte Damen und Herren von Ja!Natürlich!

 

Bezugnehmend auf Ihre Stellungnahme und weiterführenden Kommentare hier im Ja!Natürlich-Blog zu meinem Buch „Der große Bio-Schmäh – Wie uns die Lebensmittelkonzerne an der Nase herumführen“, lade ich Sie ein, mit mir und der interessierten Öffentlichkeit einen Realitätscheck durchzuführen. Ich erlaube mir nicht nur die von Ihnen immer wieder, freizügig verwendeten Begriffe wie zum Beispiel „Tierethik“ und „Tiergemäßheit“ zu hinterfragen, sondern auch die tatsächlichen Produktionsverhältnisse, von denen ich mir als Agrarbiologe und in meiner neunmonatigen Buchrecherche ein reichhaltiges Bild machen konnte.

 

Ich schlage hiermit einen öffentlichen Realitäts-Check ihrer Produktion von Bio-Eiern und Bio-Hühnerprodukten vor, da diese Produktgruppen im Diskurs – auch hier in Ihrem Blogbeitrag – ganz besonders häufig thematisiert werden und auch in Ihrer Werbung eine große Rolle spielen („Eier von überglücklichen Hühnern? Ja natürlich!“).

 

Mein Vorschlag lautet:

 

1) Öffentlicher Lokalaugenschein in der Bio-Hühnerproduktion für Ja!Natürlich:

 

Wir begeben uns gemeinsam – mit meiner Filmkamera und interessierten JournalistInnen – durch den Produktionszyklus für Ihre Bio-Eier und Bio-Masthuhnprodukte. Den Zugang zu den Betrieben können Sie mit Sicherheit organisieren. Dabei filmen wir alle Produktionsschritte während der Betriebszeiten gänzlich objektiv ab:

 

- Schlüpfen in der Brutfabrik

- alle Produktionsschritte am Hühnerfließband bis zum Verladen der Bio-Küken

- Jungtieraufzucht

- Objektive Filmaufnahmen in der Bio-Hühnermast sowie an einem Bio-Legebetrieb. Hierfür schlage ich vor, von Adressen auszugehen, die wir in Ihren Filialen aktuell in den Verpackungen der Produkte finden

- „Ernte“ der schlachtreifen Bio-Hühner

- Verladung, Tötung, Schlachtung und Verarbeitung am Hühnerschlachthof

 

Unter „objektivem Filmen“ verstehe ich das Aufzeichnen der vorfindbaren Realität ohne Beeinflussung des Geschehens und ohne Zensur, mit dem Recht, das Material zu veröffentlichen. Im Falle der Kommentierung ist auf ausgeglichene Redezeiten beider Positionen zu achten. Ich schlage jedoch das kommentarlose Filmen vor.

 

2) Öffentliche Podiumsdiskussion mit Einladung von Presse und Medien

 

Ich stelle mich der öffentlichen Diskussion mit VertreterInnen Ihres Konzerns (REWE / Ja!Natürlich). Man könnte auch weitere ExpertInnen und PraktikerInnen einlade; die Podiumsdiskussion sollte von einer neutralen Person moderiert werden und für alle Interessierten öffentlich zugänglich sein. Das Filmmaterial (siehe Punkt 1) kann in diesem Rahmen vorgeführt und besprochen werden. Danach wird der Film auf Youtube ungekürzt und unzensiert veröffentlicht.

 

Für die Diskussion wäre das sicher eine Bereicherung.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

Clemens G. Arvay

 

Internet: www.arvay.info

E-Mail: cg@arvay.info

 

Wien, 01.03.2012

 

01.03.2012 um 17:41
Alois Posch sagt

Ich würede noch viel weiter gehen. Was wir brauchen sind offene Höfe mit offenen Stalltüren. Jeder Konsument sollte die Möglichkeit haben, sich persönlich vor Ort die Bedingungen anzusehen. Bilder und Filme können die Realität niemals objektiv abbilden. Der Autor kritisiert ja zurecht, wie manipulativ mit Bildern in der Werbung umgegangen wird. Aber auch der Autor versteht es, Bilder manipulativ einzusetzen.

 

Als Beispiel: Auf der Seite des Autors sind ausschließlich vollbesetzte Hühnerställe zu sehen, in der Werbung sind die Hühner ausschließlich auf der Weide zu sehen. Bei mir am Betrieb könnten die Konsumenten die Realität sehen: die Hälfte der Hühner auf der Weide, die andere Hälfte im Stall.

 

Als Beispiel: Auf der Seite des Autors ist ein vollbesetzter Stall zu sehen, dazu verstörende Hintergrundmusik und die Bildunterschrift: Hier legen die Hühner ihre Bio-Eier über ein automatisches Nest auf ein Förderband.

Bei mir am Betrieb können die Konsumenten den Stall mit dem Nest selbst sehen. Sie können sehen, dass es sich dabei um ein eingestreutes Gruppennest handelt, dass mit einem Förderband nichts gemein hat. Sie könnnen real sehen, dass es sich um ein Nest handelt, dass laut Tierschuztmeinung zum besten gehört.

 

Als Beispiel: Auf der Seite des Autors ist ein Bild von einem Gewächshaus zu sehen in dem Paprka wachsen, dazu wieder verstörende Hintergrundmusik, die im Betrachter das Bild von Massenproduktion auslöst. Bei mir am Betrieb können die Besucher die Realität sehen. Über 50 Sorten Biopaprika, alte Sorten, neue Sorten. Dazwischen im Gewächshaus Nützlingsstreifen. Sie könnten erfahren, wozu es diese Nützlingsstreifen gibt, wie Schädlingskontrolle im Biolandbau funktioniert, warum Biomist als Dünger eingesetzt wird usw.

 

Als Beispiel: Im Buch ist von einem steirischen Großproduzenten die Rede. Bei mir am Betrieb könnten die Konsumenten sehen, dass wir einen Betrieb bewirtschaften, der wenige als 20 ha Ackerland bewirtschaftet, der auf ca 6 ha Gewächshausfläche Gemüse produziert

Wir produzieren etwa 170 Tonnen Biopaprika und 160 Tonnen Biotomaten. Das ist eine Menge, die in der konv. Gewächshausproduktion auf weniger als 1 ha produziert wird. Wir könnten vor Ort darüber reden, was Massenproduktion ist, wo sie beginnt.

 

Das, lieber Clemens, wäre tatsächliche Transparenz. Du hingegen setzt Bilder und Fakten genau so manipulativ ein, wie es die Werbung macht. Das beginnt mit dem Titel des Buches und setzt sich 200 Seiten lang fort.

 

Du sprichst vom Diskurs, und stellst die Kommentarmöglichkeit auf deiner Seite ab, sobald dort Meinungen auftauchen, die deinem Bild widersprechen.

 

02.03.2012 um 09:24
Mike K. sagt

herr posch:

 

+ Schauen sie in die Hühnermast: Alle Tiere im voll besetzten Stall, keines (oder nur ganz wenige) draußen. Das ist Fakt, die Fotos des Autors und aus dem Buch sind repräsentativ.

 

+ Auch in Österreich gibt es Betriebe mit bis 18.000 Biolege-Hennen und die sind dann genauso wie in Deutschland in einer großen Halle mit Abteilungen untergebracht. Geht gar nicht anders bei der Größe.

 

+ Außerdem rezensieren Sie hier einen Buchtrailer, wenn sie sich über ein einzelnes Foto und dessen Hintergrundmusik beschweren. Lesen sie das Buch, da ist die Situation sehr detailliert geschildert. Da kommen auch Experten zu Wort, die interviewt wurden.

 

Zwei Fragen noch, die ihnen bereits gestellt wurden (herr posch):

 

+ Für wen produzieren sie ihre Eier? Für welche Marke? Auch ich erwarte darauf eine Antwort (bin jetzt schon der dritte).

 

+ Wieso haben sie die Einladung des Autors auf eine Podiumsdiskussion abgelehnt? Siehe sein Blog.

 

Ein Wissenschaftler der Bundesanstalt für Bergbauernfragen hat geschrieben

"Die vom Autor vorgebrachten Kritikpunkte sollten von den Betroffenen nicht affektiv abgelehnt oder gar denunziert werden, sondern ernst genommen und in Zukunftskonzepte eingebaut werden."

cgarvay.wordpress.com/2012/03/01/dr-groier/

 

Ich finde diesen Beitrag sehr informativ. Wer sich von dem Vorgehen des Autors wirklich ein Bild machen möchte, sollte sich überhaupt auf seinem Blog ein wenig umsehen. Ich selbst hab ihm zwei Leseranfragen geschickt und kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass er auf E-Mails von Leser/innen individuell eingeht und Fragen beantwortet.

 

Ja-Natuerlich und sie Herr posch können sich ja den Rat aus der Bundesanstalt zu herzen nehmen: "Die vom Autor vorgebrachten Kritikpunkte sollten von den Betroffenen nicht affektiv abgelehnt oder gar denunziert werden, sondern ernst genommen werden..."

 

 

02.03.2012 um 10:21
Alois Posch sagt

Lieber Herr Mike K:

 

Ich habe es einfach nicht für relevant gehalten, drum habe ich nicht geschrieben, wohin meine Eier (oder vielmehr die Eier meiner Hühner) verkauft werden. Da es sie aber interessiert, bin ich natürlich bereit dies nachzuholen: Wir verkaufen an einen Händler, der wiederum Märkte beliefert. Dazu gehören der klassische Biofachmarkt (Bioläden) genau so wie der Lebensmittelhandel.

 

Ich setze mich mit der vorgebrachten Kritik auseinander, keineswegs lehne ich sie affektiv ab, wie sie mir unterstellen. Ich habe mehrfach versucht, auf sachlicher Ebene mit dem Autor in einen Diskurs zu treten. Die Seite des Autors wäre eigentlich ein geeigneter Platz für diesen Diskurs. Es war der Autor, der die Kommentarfunktion abgsestellt hat und sich verweigert hat. Ich bin selbstverständlich bereit, einen breiten Diskurs zu führen.

 

Ich habe in einen Beitrag oben die Situation des Biolandbaues in Österreich und in Deutschland verglichen. Der Logik des Autors folgend müsste der Biolandbau in Deutschland viel weniger "konventionalisiert" sein als in Österreich. Die Fakten aber sind ganz andere. Die Grundthese des Autors, dass die Lebensmittelkonzerne eine "Konventionalisierung" verursacht hätten stimmt ganz einfach nicht. Die Fakten sprechen dagegen. Ich würde gerne mit dem Autor eine fachliche Diskussion darüber führen, sehr gerne auch auf seiner Homepage. Das wäre doch ein viel geeigneter Ort als eine Podiumsdiskussion, wo wir uns vielleicht die vorgefassten Argumente um die Ohren hauen, und das wars dann.

02.03.2012 um 11:15
Alois Posch sagt

Noch ein Nachtrag, Herr Mike K:

 

Sie schreiben: "Auch in Österreich gibt es Betriebe mit bis 18.000 Biolege-Hennen und die sind dann genauso wie in Deutschland in einer großen Halle mit Abteilungen untergebracht. Geht gar nicht anders bei der Größe."

 

Das stimmt nicht! Ich hoffe, sie haben diese Aussagen nicht aus dem Buch, denn das wäre tatsächlich eine grobe Lüge.

Zu den Fakten: In Österreich benötigt jede Henne mind. 10m2 Weide. Alles was weiter als 150m vom Stall entfernt ist, darf nicht mehr angerechnet werden. Bei 18000 Hühnern würden sie 18 ha Auslauf benötigen. Es ist ganz einfach rechnerisch nicht möglich, da sie die max. Entfernung von 150m nicht überschreiten dürfen.

Sie könnten max. 2 Ställe mit 3000 Hühnern nebeneinander bauen, und mit 6 ha Fläche einkreisen, mehr ist nicht möglich. Dabei gilt aber: Jede Stalleinheit muß unabhängig voneinander sein. Das heisst, eigene Fütterung, eigene Wasserversorgung, eigenes Herdenmanagement usw.

Das sind die Fakten.

02.03.2012 um 19:07
Martin sagt

Ich möchte erst einmal dem Herrn Posch meinen persönlichen Dank aussprechen, für seine geduldige und sachliche Art, mit der er sich in dieser Diskussion einbringt.

 

Ich selbst bin begeistert vom Bio-Schmäh-Buch, denn erst dieses kritische Werk hat bei mir bewirkt, dass ich mich mit dem Thema Tierethik auseinandersetze. Bisher habe ich mich mit der Ökologie begnügt und war froh, wenn etwas möglichst ohne Giftstoffe und mit etwas weniger Treibhausgasemissionen produziert wurde. Nun, wo ich mich mit dem Thema befasse, ist es für mich wirklich erschreckend, anhand von Online-Videos die Realität der Massentierhaltung (v.a. der Schweinehaltung) kennenzulernen. Ich bin selbst auf einem Bauernhof mit Kühen, Kälbern, Hühnern und anderen Tieren aufgewachsen und habe solche Dinge einfach nicht für möglich gehalten.

 

Ich möchte jedoch trotzdem sagen, dass die Art wie hier im Forum auf jedes noch so freundlich und sachlich vorgebrachte Kommentar blind drauflos geprügelt wird, einfach niveaulos und bedauerlich ist. Ich verstehe schon, dass einem die Galle hochkommt, wenn man Bilder von misshandelten Tieren vor Augen hat und dann sieht, wie niedlich die Bio-Schweinderl in der Werbung dargestellt werden. Auch wenn man nicht so naiv sein dürfte, so etwas zu glauben, halte ich es für moralisch gröbst verwerflich, über Werbung so massiv zu manipulieren und falsch zu informieren.

 

Dennoch, wenn sich ein Produzent freundlich und kompetent einer für ihn bestimmt nicht einfachen Diskussion stellt, sollte man ihm den nötigen Respekt und die nötige Sachlichkeit entgegenbringen. Es bringt nichts, die Märchen des Handels nun mit den selben Mitteln zu rächen. Immerhin sind die Bauern ja oft (hoffentlich meist) selbst nicht zufrieden und leiden unter den inhumanen Methoden, die angewendet werden.

 

Ich wünsche mir, dass der (Teilzeit-)Vegetarismus/Veganismus weiterhin an Popularität gewinnt und dass die Methoden in der Tierhaltung stetig verbessert werden, sodass jene Tiere, die auch in Zukunft ihr Leben nur für unseren Nahrungsmittelkonsum fristen müssen, zumindest ein annähernd als glücklich zu bezeichnendes Leben führen können. Wir stehen da noch völlig am Beginn der Anstrengungen. Und die Bio-Legehennenhaltung ist da sicher nicht das Schlusslicht, wobei auch hier, wie die Diskussion gezeigt hat, noch einiges getan werden muss.

03.03.2012 um 01:17
ein (menschen-) tier sagt

@martin

 

ab wann, das heisst, ab welcher lebensspanne würden sie einem tier ein "annähernd als glücklich" zu bezeichnendes leben zugestehen - ab wieviel prozent der natürlichen lebenserwartung?

03.03.2012 um 21:21
Ja! Natürlich sagt

Sehr geehrter DI Herr Arvay,

wir pflegen Transparenz seit es Ja! Natürlich gibt: so im Hinblick auf Herkunft, Produktion, Inhaltsstoffe, gegenüber unseren Bio-Bauern, den öffentlichen Kontrollstellen, in der Zusammenarbeit mit NGOs, Medien, unseren Kunden. Natürlich auch gegenüber Fragenden, insbesondere Studierenden – so wie Sie in Ihrer Anfrage an uns vergangenen Herbst es vorgaben, einer zu sein.

Auch stellen wir uns stets der Diskussion, und Kritik nehmen wir sehr ernst – wir gehen darauf einzeln ein, wir lernen dazu im ständigen Bemühen, die Sache noch besser zu machen. Darum haben wir unter anderem diesen Bereich auf unserem Blog ins Leben gerufen. Kennen Sie ein vergleichbares Unternehmen, das sich in dieser Offenheit mit der aktuellen Diskussion auseinandersetzt? Wir haben keine Angst vor kritischen Fragen. Denn unser ehrliches Bemühen, erstklassige biologische Lebensmittel in Österreich einer breiten Käuferschicht zugänglich zu machen, war von allem Anfang an von Transparenz und Diskussionsbereitschaft getragen. Konstruktive Kritik war für uns in diesen Jahren immer ein wertvoller Antreiber, dem wir immer mit Offenheit begegnet sind.

Eine Offenheit, die wir in Ihrer Vorgangsweise leider nicht immer erkennen können. Im Laufe der Diskussion auf diesem Blog wurde ja bereits einige Male erwähnt, dass insbesondere die Transparenz in Ihrem eigenen Blog fehlt: Kommentare sind dort gesperrt, kritische Antworten wurden ausgeblendet. Passt das zu jemandem, der als Mahner zu mehr Transparenz auftritt? Auch Ihr Vorgehen, um zu Informationen über Ja! Natürlich zu gelangen, hatte im Übrigen wenig mit Transparenz und Ehrlichkeit zu tun (siehe Ihre Anfragen in Anhang 1. und 2. unterhalb). Ihre Behauptung im E-Mail an unsere Agentur, von Ja! Natürlich Mitarbeitern an die Agentur verwiesen worden zu sein, ist einfach falsch. Passt das zu jemandem, der unermüdlich mehr Offenheit fordert? Da soll sich jeder sein eigenes Bild machen.

 

Für eine PR-Aktion für Ihr Buch stehen wir nicht zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ja! Natürlich Geschäftsführung

 

PS: In Sachen Transparenz der Herkunft hat jeder Gelegenheit, unsere Bio-Bauern zu besuchen. Bei Obst, Gemüse sowie Eiern und Fleisch sind die Adressen der Bio-Bauern auf den Verpackungen abgedruckt.

 

+ + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +

 

1. Anhang: E-Mail an Ja! Natürlich

From: Clemens G. Arvay [mailto:xxxxxxxx@umweltbildung.co.at]

Sent: Tuesday, October 25, 2011 11:38 AM

To: XXXXXXXXXX

Subject: statistische Daten

 

Sehr geehrte Frau XXXXXXXXX!

Ich bin Doktorand an der Universität für Bodenkultur, Institut für Ökolandbau. In der Anlage finden Sie die Bestätigung, dass ich Agrarwissenschaftler bin (Diplombescheid) sowie den Beleg über mein Doktoratstudium der Landwirtschaft. Meine Doktorarbeit schreibe ich zum Thema biokulturelle Diversität in der ökologischen Landwirtschaft. In der Einleitung möchte ich einen kurzen statistischen Überblick des österreichischen Bio-Marktes geben, möglichst aktuell. Wie soeben telefonisch besprochen, frage ich an, ob Sie mir statistische Daten zur Bedeutung von Ja!Natürlich am österreichischen Bio-Markt zur Verfügung stellen würden. Es geht um:

- das Produktvolumen,

- den aktuellen Jahresumsatz (wenn möglich aus 2010)

- Zusätzlich wäre es interessant, Daten zum Wiedererkennungswert der verschiedenen Bio-Marken in Österreich zu erhalten. Wie ist Ja!Natürlich gegenüber den anderen Marken positioniert?

So werden die Daten benutzt:

- Im Rahmen meiner Doktorarbeit zur Erstellung einer Statistik über den österreichischen Bio-Markt

- möglicherweise auch in einem Buch, das ich derzeit zum Thema Ökolandbau verfasse. Dieses Buch wird selbstverständlich pro Bio-Landwirtschaft geschrieben. Ich bin also kein Bio-Gegner! (Ein anderes Buch von mir ist im Jahr 2011 unter dem Titel "Fruchtgemüse - Alte Sorten und außergewöhnliche Arten neu entdeckt" im Leopold Stocker Verlag Graz erschienen.)

 

Ich würde mich freuen, diese Daten von Ihnen zu erhalten.

Mit herzlichen Grüßen,

Dipl.-Ing. Clemens G. Arvay

 

+ + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +

2. Anhang: E-Mail an die Werbeagentur

Von: "Clemens G. Arvay" 19.07.11 17:20:18

Thema: Interview

An: XXXXXX XXXXXXX

Attachments: Attach0.html Uploaded File 4K

 

Sehr geehrte Frau XXXXXX!

Ich bin Agrarwissenschaftler und arbeite derzeit an meiner Doktorarbeit an der Universität für Bodenkultur (Institut für ökologische Landiwrtschaft). Ich beschäftige mich mit dem Konzept der biokulturellen Diversität in der Bio-Lebensmittelwirtschaft, wobei sich ein Teilaspekt im Sinne der „visual Anthropology“ um die Darstellung von Natur und Kultur in der Werbung für Bioprodukte dreht. Ich wurde von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Ja!Natürlich an Sie verwiesen, da Sie offenbar Erfahrung in der TV-Werbung für die Bio-Branche haben. Ich bin gerade dabei, mir ein objektives Bild vom Bio-Marketing zu verschaffen, wobei es mir vor allem um den Weg der Bio-Philosophie aus der Öko-Nische in den Massenmarkt geht.

Ich habe mir mehrere TV-Spots von Ja!Natürlich angesehen und durfte zu meiner Freude feststellen, dass sie regelrecht gespickt mit Natur- und Kulturdarstellungen sind. Sie haben also offenbar viel Erfahrung auf diesem Gebiet und Ihre Agentur wäre genau der richtige Ansprechpartner für mich. Ich frage daher an, ob ich im Rahmen meiner Doktorarbeit ein ExpertInnen-Interview mit Ihnen führen darf. Es geht mir vor allem darum, ihre Positionen, Sichtweisen und Zukunftseinschätzungen im Bereich Bio-Marketing kennen zu lernen. Ich erwarte natürlich nicht, dass Sie mir heikle Daten oder gar Firmengeheimnisse preisgeben. Es soll sich um ein rein informatives Interview handeln, um erste Eindrücke vom Marketing für Bio-Produkte zu erhalten. Wie bewerkstelligt man den „Spagat“ zwischen Realität und eindrucksstarkem Marketing, ohne dabei die Technisierung der Landwirtschaft gänzlich zu leugnen? Wie weit darf Marketing ihrer Meinung nach gehen, um die Erwartungen und Vorstellungen der Zielgruppe anzusprechen? Wie sehen die gängigen medien- und werbewissenschaftlichen Positionen aus?

Als Agrarwissenschaftler kenne ich die Realität und bin mir gleichzeitig darüber bewusst, dass konkurrenzstarkes Marketing nicht ganz ohne inszenierende Elemente auszukommen scheint. Da ich kein Experte für Medien bin, würde ich Ihre Sichtweisen gerne kennen lernen.

Mein Doktoratsbetreuer ist Herr Prof. XXXXXXXX, Leiter des Departments für nachhaltige Agarsysteme, zu dem auch das Institut für ökologische Landwirtschaft gehört. Ich würde mich freuen, die Gelegenheit auf ein kurzes Experteninterview mit Ihnen zu bekommen. Terminlich würde ich mich ganz nach Ihnen richten.

 

Ich freue mich auf Ihre Antwort,

mit herzlichen Grüßen,

Clemens G. Arvay

Dipl.-Ing. Clemens G. Arvay

XXXXXXXXXX

05.03.2012 um 12:45
stephan pabst sagt

Was ist an dieser Anfrage so intransparent?

 

Hr.Arvay erwähnt doch dass er ein Buch schreiben will. Wissen Sie ob er nicht Doktoratsstudent ist? Was hindert einen Doktoratsstudenten ein Buch zu veröffentlichen? Was von den in dem Buch veröffentlichten Sachverhalte würde nun, bei einer neuerlichen Besichtigung anders aussehen?

 

Ganz ehrlich: Welcher Kosument hat Zeit sich diese Betriebe anzusehen?

 

Wenn Sie von Rewe so transparent sind, dann veröffentlichen Sie doch das Tagebuch eines Bio-Hühnchens, wie es heranwächst. Das fände ich sehr interessant. Ein befreundeter Blogger hat das einmal bei einem Schwein gemacht. Das war sehr transparent und aufschlussreich -> www.pig-vision.com/2010/02/08/das-leben-der-pig-vision-schweine-ein-ruckblick/ und hat spannende Diskussionen ausgelöst.

 

Was Sie hier betreiben ist eher persönliches Anpatzen von Kritikern. Ein junger Buch-Autor, der sich für die Realität hinter den Werbeversprechungen interessiert ist ja anscheinend nur ihr geringstes Problem.

 

So transparent wie Sie sein wollen, gehen Sie ja gerade auch mit den Behörden nicht um, die gerade eine Untersuchung wegen angeblicher Preisabsprachen bei REWE macht -> derstandard.at/1330390192956/Preisabsprachen-Razzia-bei-Rewe-dauert-an Wenn Sie nichts zu verbergen haben, dann sprechen Sie doch Klartext statt die Bevölkerung für dumm zu verkaufen.

 

 

 

 

05.03.2012 um 18:47
Konsumentin sagt

Ich möcht nochmal was zum Thema (um das es, wie ich finde, hauptsächlich geht) Werbung sagen bezüglich der "Naivität".

 

Ja, jedem Menschen sollte klar sein, dass Werbung eben nur Werbung ist und die Produkte einfach nur bestmöglich angepriesen werden damit Menschen sie kaufen.

 

Aber: Im Gegensatz zu den Bio-Werbungen wirbt Coca Cola, Milka, Mc Donalds und Co NICHT mit dem guten Gewissen und der heilen Welt.

Und DAS finde ich extrem irreführend.

 

Ausgenommen AMA und ähnliche... Die versuchen ja selbst ihre konventionellen Produkte so zu vermarkten als wären sie tierfreundlich oder sonst was..

 

Also ich find es gut, dass selbst der Bio Markt nicht ohne Kritik seine Werbemaschen rausblasen kann (und wenn ein Buch Werbung von denen kritisiert, die am lautesten "bio, besser, umwelt und tierfreundlicher" schreien, dann traue ich jedem Bürger und jeder Bürgerin zu, dass sie dann der Nicht-Bio-Werbung erst recht kritisch gegenüber steht)

 

Persönlich ziehe ich auch vor, das (hoffentlich) kleinere Übel (Bio) zu kaufen. Persönlich glaube ich aber auch, dass es in so einer automatisierten, kapitalistischen Welt, wo Menschen mehr und mehr Natur-entfremdet aufwachsen und die sogenannte "Bildung" kritisches Hinterfragen im Lehrplan nicht mehr beinhaltet, sowieso schwierig wird... Für mich heißt das aber noch lange nicht, dass das Marketing sowas ausnutzen darf...

 

 

Nichts desto trotz, schätze ich die Versuche die Landwirtschaft auch nur ein bisschen nachhaltiger zu gestalten - ob das aus purem Idealismus so gemacht wird, oder um mit der Zeit zu gehen und ein bestimmtest Klientel zu bedienen, welches mehr Geld auf den Tisch legt, kann jede/r selbst entscheiden :)

 

05.03.2012 um 23:10
Josef sagt

An Ja Natürlich:

 

Ich hoffte auf eine vernünftige Diskussion, doch jetzt lese ich ihren Eintrag, in dem sie diese E-Mails veröffentlichen und bin nur entsetzt über ihr Vorgehen.

 

Erstens haben sie diese Mails ohne Kontext publiziert. Als Leser kann ich mir keinen Eindruck machen, wie die Kommunikation dann weitergegangen ist, ob es Treffen gegeben hat... Alles zusammenhanglos. Außerdem haben sie alle Namen von Rewe (also die Adressaten) aus den E-Mails entfernt ("XXXXX") u. nur den Namen des Autors belassen, sodass man sich erst Recht kein Bild machen kann.

 

Der Autor sagt ihnen in seiner Mail sogar dass er ein Buch schreiben wird! Er erwähnt, dass er nicht gegen Biolandwirtschaft ist, sondern dafür. Das stimmt ja, wie jeder weiß, der das Buch gelesen hat oder der die Homepage des Autors besucht hat. Und aus den Mails geht hervor, dass derAutor ihnen eine Bestätigung angehängt hat, dass er wohl Doktorand ist. Dann wird es wohl auch gestimmt haben, nehme ich an.

 

Die Art und Weise wie sie diese Mails hier aus dem Kontext gerissen veröffentlichen u. mit ihren hauseigenen Vorwürfen versehen, finde ich unseriös. Es ist Schmutzkübelpropaganda. Dass es ihnen als Konzern nicht gefällt, dass sich der Autor Zugang zu den Produktionsstätten verschafft hat, glaube ich ihnen. Aber man kann doch wohl nicht erwarten, dass er bei ihnen anklopft und sagt: "Guten Tag, ich schreibe ein kritisches Buch über ihren Konzern. Bitte geben sie mir alle Infos die ich brauche."

Hätte er das getan, hätte er dieses Buch nicht schreiben können, das die Realität zeigt und für Bio-Konsumenten wichtig ist.

 

Das liegt unter anderem daran, dass Konzerne wie ihrer eben nicht so transparent sind, wie sie da oben schreiben. Sie loben sich selber als transparent + offen + ehrlich, doch den Zugang zu den Schauplätzen und Industrieanlagen würden sie natürlich nicht frei geben, wenn man sich nicht irgendwie "hinein schleicht". Um all das aufzudecken muss man als Journalist einfach einen Teil seiner Absichten verschleiern.

Für mich zeigen die E-Mails des Autors nur, dass er recht geschickt vorgegangen ist. Er hat ihnen das Buch nicht verschwiegen, aber eben nicht die ganze Wahrheit gesagt.

 

Den Vorschlag von dem Autor, dass man zusammen ein objektives Video in der Biohühner-Produktion drehen solle, fand ich sehr gut. Auch die öffentliche Diskussion hätte ich gut gefunden. Nach ihrer Stellungnahme bleibt vor allem der eine Beigeschmack, sie haben sich wieder nicht der Öffentlichkeit gestellt.

 

@ "konsumentin": Ich sehe das genauso wie sie: Bei Biowerbung sind die Falschaussagen schwerer zu durchschauen. Das wirkt alles viel ernster, glaubwürdiger.

 

J

 

06.03.2012 um 13:34
Alois Posch sagt

Hallo Herr Josef!

Ich teile Ihr Interesse an einem offenen Diskurs. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass der Autor nur an einer Selbstdarstellung interessiert ist. Nachdem auf seiner Homepage kritische Kommentare erschienen sind, hat er die Kommentare verunmöglicht. Mittlerweile hat er auch den Link zum Blog.Janatürlich gelöscht, vermutlich waren auch hier Kommentare, die seinem Bild widersprochen haben. Daneben habe ich aber mehrere private E-Mails bekommen, in denen der Autor mir versichert, dass er doch nichts persönlich gegen mich hätte (ich wäre eigentlich nie auf die Idee gekommen, dass der Autor etwas gegen mich persönlich! hätte). Im Gegenteil, er wisse die Arbeit der Biobauern zu schätzen, wenngleich er glaube, dass dies eher "trotz" und nicht "wegen" der Konzerne geschehe.

Auf der einen Seite verhindert er eine Öffentlichkeit - auf der anderen Seite versucht er privat zu "mauscheln", das ist nicht redlich.

 

Ich will trotzdem versuchen, etwas zur Öffentlichkeit und zur Sachlichkeit beizutragen. Auf seiner Homepage wird zuerst eine Biobauernfamilie gezeigt, die jene Form der Biolandwirtschaft vertritt, die der Autor befürwortet. Dabei wird auch auf die natürliche Haltung der Legehennen, die frei und ohne Umzäunung auf dem Hof leben dürfen hingewiesen. Diese Form der Biolandwirtschaft wird als echte Alternative verkauft.

 

Machen wir mal den Faktencheck: In Österreich gibt es ca. 5 Millionen Legehennen, damit werden ca. 70% des Eierbedarfes erzeugt. (übrigens, die importierten 30% sind fast ausschließlich Käfigeier!). Diese Rassen werden vom Autor aber als Hochleistungsrassen abgelehnt. Das erhöht den Bedarf von 6,5 Millionen auf etwa 13 Millionen Legehennen. Dazu kommt noch mal die gleiche Anzahl an Hähnen, also in Summe etwa 26 Millionen Hühner. Das wird benötigt, um den Österreichischen Inlandsbedarf zu decken. Gehen wir jetzt mal von der romantischen Variante aus, 10 Hühner frei laufend zu halten. Dafür würden wir dann 2,6 Millionen Legehennenhalter benötigen. Das ist etwa jeder 3. Österreicher, der da zum Zug kommt. Jede Familie müsste dann wahrscheinlich um die 20 Hühner halten.

 

Das wird vom Autor tatsächlich als ernsthafte Alternative verkauft.

 

Wir haben in der Biolegehennenhaltung mit Bedacht eine Grenze eingezogen. Diese liegt bei 3000 Legehennen. Dass soll einerseits eine Industrialisierung verhindern, auf der anderen Seite aber eine vernünftige Haltung ermöglichen. Wir brauchen solche modernen Ställe, mit modernen innovativen, tiergerechten Lösungen. Wir Biobauern stehen dazu, alles andere wäre nämlich Augenauswischerei. Ich will einen Biolandbau der sich ernst nimmt, auch in der Aufgabe für die Bevölkerung Lebensmittel zu produzieren. Ich will keine Disneyhöfe, auf denen sich die Frau Sektionschef am Wochenende ein gutes Gewissen einkaufen kann, während die Masse von der konventionellen Landwirtschaft ernährt wird.

 

Ich fordere den Autor auf, einen sachlichen Diskurs darüber zu ermöglichen. Gerne auch auf seiner Homepage.

 

 

11.03.2012 um 20:09
ein (menschen-) tier sagt

@alois posch

 

ihr dauerndes geschwafel von "tiergerecht" geht mir schon so auf den geist, denn auch durch dauerndes predigen wird diese lüge auch nicht wahr! echt zum kotzen! alles was dahinter steckt ist einfach nur "geldbeutelgerecht"

12.03.2012 um 06:19
Mike K. sagt

Herr Alois Posch,

 

was Sie hier über den Autor schreiben kann ich nicht nachvollziehen. Wer sich die alten Diskussionen auf seinem Blog ansieht, sieht, dass er mehr als genug auf Sie und andere Kritiker eingegangen ist. Auch sehr kritische Kommentare sind bis heute erhalten geblieben.

Dass er das aber nicht ewig fortführen kann, verstehe ich. Sie und eine andere Person haben ja täglich geschrieben und auch Ihre Einträge klingen nicht so nach objektiver Diskussion.

 

12.03.2012 um 21:52
DanielaW sagt

Vegan werden, Bio kaufen und diese Seite hier durchlesen.

www.biowahrheit.de

 

ärgern, wundern und bloggen beenden.

 

Liebe Grüße!

Daniela

18.04.2012 um 03:03
messi sagt

bezüglich der janatürlich-stellungnahme zum thema monsanto-saatgut: was soll das heißen "unser bio-gemüsebauer"? es wird doch hoffentlich nicht das gesamte janatürlich-gemüse von nur einem bauern bezogen?!

 

bezüglich bio-eier-hühner: danke herr posch für ihre kommentare und die darstellung der bio-produktion ihres betriebes. klingt in meinen ohren nach einer vertretbaren bio-wirtschaftsweise. aber: sie sind ja nicht der einzige eier-lieferant von janatürlich...

 

ich bin von bio deswegen unabhängig von diesem buch (welches ich nicht gelesen habe) enttäuscht, weil ich es nicht mehr als alternative zu konventioneller lw sondern in vielen belangen als heuchelei empfinde. janatürlich hat ganz entscheidend zu meiner eher ablehnenden haltung gegenüber bio beigetragen. immer davon sprechen, wie sehr man sich bemüht, nachhaltigkeit, saisonalität und sonstige den grundgedanken von bio entsprechenden produktionsweisen zu fördern, aber wie in einem kommentar weiter oben geschrieben:

"Sie wettern volles Rohr gegen die konventionelle Landwirtschaft und ihr eigener Konzern ist fast ausschließlich konventionell! (Rewe)

 

Ja wenn es so wichtig ist, dass sich Bio endlich durchsetzt, warum verkaufen sie dann noch immer fast nur konventionelle Lebensmittel???"

 

und das alibimäßige umsteigen auf ökologische verpackungsmaterialien empfinde ich als verarschung.

 

und euer gemüse hat meistens eine miese qualität. was macht ihr bitte damit? wer lässt sowas zu? wenn man janatürlich-gemüse/obst kauft, glaubt man womöglich noch, dass bio-lebensmittel es halt an sich haben, unappetitlich, überreif oder verdorben zu sein oder sonst wie den konventionellen produkten in der qualität nachzustehen.

janatürlich geht es also wohl kaum darum, bio den konsumentInnen schmackhaft zu machen... ich bin selber produktonsgärtnerin und krieg die krise, wenn ich euer gemüse im supermarkt sehe.

 

manchmal denke ich mir, rewe und co. lachen sich hin und wieder ins fäustchen. denn mit ihren eigenen bio-marken haben sie es verhindert, dass bio jemals ernsthaft dazu betragen hätte können, dass endlich nennenswert weniger einheitsbrei massenware verkauft wird, und der handel fairere preise an die produzentinnen (auch die konventionellen) zahlen muss. im gegenteil: die supermarktketten haben weiterhin ein riesiges konventionell produziertes sortiment, zahlen den produzentInnen weiterhin einen viel zu niedrigen preis. und nebenbei machen sie noch zusätzlich gewinn mit ihren bio-produkten.

 

janatürlich empfinde ich als heuchelei.

ihr korrumpiert in meinen augen die ursprünglich visionären und unterstützenswerten ideen von biologischer landwirtschaft.

strengt euch doch bitte mehr an, kompromissloser ein ungeheucheltes

bio zu forcieren! falls das nicht geht, dann geht bio halt nicht im konventionellen supermarkt (bio-produkte kann man auch gut erreichbar auf bauernmärkten und ab-hof beziehen). dann ist bewiesen, dass supermarktkettenchefs und ihre unterchefs kein interesse an einer veränderung haben (hauptsache ordentlich kassieren).

 

26.06.2012 um 23:32
Margit sagt

Ich werde weiterhin Bio-Produkte von Janatürlich kaufen und mit Genuß essen. Ich finde Bio im Supermarkt zu verkaufen eine unglaublich gute Alternative für all jene, die keine Möglichkeit haben, um einen Ab-Hof Bauern zu besuchen. Man fragt sich, wo die Kritiker alle Leben, wahrscheinlich am Land - probiert doch einmal das Stadtleben aus, arbeitet 60 Stunden die Woche und dann werdet Ihr draufkommen, wie wenig Zeit Euch bleibt, Nahrungsmittel einzukaufen. Ich bin von der Qualität der Janat. Produkte überzeugt, der Vergleich macht mich sicher. Ihr seid um seriöse Information und Transparenz bemüht, wenn ich mir im Vergleich dazu die Fehlinformation von AMA und deren postuliertem Gütesigel anschaue, wird mir übel. Ich wünsche mir, dass die Marke JaNat. ausgebaut und laufend verbessert wird, dass die Konsumenten neben der netten Werbung auch immer die Möglichkeit haben, nachzuverfolgen woher die Ware kommt, wer sie produziert und wie. Wenn der REWE Konzern daran verdient ist das okay für mich, ich verdiene ja auch Geld mit dem, was ich tue und schäme mich nicht dafür.

 

27.06.2012 um 10:00
messi sagt

dagegen, dass mit bio geld verdient wird, sage ich auch nichts. aber rewe geht es mit dem verkauf von janatürlich-produkten nicht um das fördern nachhaltiger, regional erzeugter produkte und umwelt- und sozialstandards. der konzern lässt einfach alles beim alten und bereichert sich zusätzlich an einer mittlerweile nicht mehr ganz so neuen produktgruppe. die bio-idee, die eigentlich auch eine veränderung der herkömmlichen absatzform (weg vom konzentrierten verkauf preisgedückter, einheitlicher und massenhaft produzierter ware - also prinzip supermarkt) impliziert, spielt für rewe keine rolle. mit janatürlich bleibt alles beim alten (außer vielleicht noch ein paar zusätzliche kundInnen).

 

ich lebe im übrigen ebenfalls mitten in der stadt, arbeite den großteil des jahres von 7 bis 18uhr und schaffe es dennoch leicht, mich nicht ausschließlich von supermarktware zu ernähren. und bevor ich zu janatürlich greife überlege ich 3mal, weil mich die heuchelei dahinter so ärgert.

 

10.07.2012 um 20:51
Markus Alpenblogger sagt

Hallo - man sollte auch das Konzept der "Bio-Hotels" noch mitdenken. Schließlich ist es ja auch im Urlaub für manche wichtig, sich weiterhin "Bio" ernähren zu können.

Ich habe dazu vor einiger Zeit ein Interview mit einem "Bio-Koch" geführt und war durchaus beeindruckt von der Konsequenz, mit der da an die Sache herangegangen wird...

 

alpenblogger.at/wellness/bio-hotel-pitztal-kuechenchef.html

 

Jedenfalls, so oder so: der Blog hier ist toll, bin erst vor kurzem darauf gestoßen. Ich hoffe, dass auch mein Blogeintrag noch etwas zur Diskussion beitragen kann.

 

Liebe Grüße

Markus

20.09.2012 um 14:16
Christina sagt

Ich weiß zwar nicht, ob hier jetzt noch jemand aktiv ist, will aber meine Meinung zu der ganzen Diskussion v.a. um Werbung abgeben:

 

Dass man Werbung nicht trauen kann, sollte spätestens seit einer lila Milkakuh bekannt sein. Genaugenommen spielt jede Werbung mit Klischees und den Vorstellungen der Menschen. Ich sehe die Ja! Natürlich. Werbung, wie jede andere, als eine Inszenierung mit dem Ziel in den Köpfen der Menschen zu bleiben und zum Kauf anzuregen und finde die Vorstellung, dass die Wirklichkeit gezeigt wird, sehr naiv (das Schwein kann sprechen!!!)

 

zum Thema Transparenz habe ich dieses Video auf YOUTUBE gefunden:

www.youtube.com/watch

Es ist meiner Meinung nach schon ziemlich transparent.

 

lg Christina

29.03.2013 um 11:19
Ulli Cecerle-Uitz/Ja! Natürlich sagt

Liebe Christina,

vielen Dank für deine Überlegungen, die die Sachlage mitten ins Schwarze treffen!

Schön, dass du Herrn Binder auf YouTube gefunden hast! In dieser Serie "Unsere Bio-Bauern" gibt es bereits eine ganze Reihe an Beiträgen, die Engagement und Einsatz der unterschiedlichen Ja! Natürlich Bio-Bauern vorstellen:

Gesammelt hier am Blog zu finden unter blog.janatuerlich.at/blog-category/bio-bauern/

29.03.2013 um 12:22
lo li ta sagt

Christina,

Ja jeder weiß das liebe Christina. Nur zum Glück akzeptiert es nicht jeder und benutzt den wahren "Hausverstand" und nicht den, der von Billa und anderen vorgegaukelt wird.

Der uns weiszumachen versucht, dass wir am Rande des Abgrundes stehen und bald in eine Krise rutschen könnten, wenn unsere Wirtschaft nicht mehr Wachstum produziert.

 

Der Witz ist: Mehr Wachstum = mehr Geld für die Großindustriellen

 

Jedenfalls ist die Milka Kuh Werbung für Schokolade, also ein Genußmittel und nicht für Lebensmittel, die nahe daran grenzen Todesmittel zu werden!

 

ich hoffe du verstehst den Unterschied!

 

11.04.2013 um 13:09

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